Startseite  Spielberichte  Saison 2020/21  23.09.2020 Punktspiel

Zum Spiel erschienen: Stefan, Ronny, Raphael, Lucas, Christian Sch., Christian B., Marcus, Paul, Peter , Konrad und Christian M.

Verantwortliche und Mitglieder: Uwe

 

Die Start-ELF

Ein: 1-3-1-4-2

Tor: Ronny

Abwehr: Marcus, Raphael, Paul

6er: Christian Sch.

Mittelfeld: Lucas, Stefan, Peter, Konrad, Christian B.

Sturm: Christian M.

Wechselspieler: keine

 

Zuschauer: 5

 

Kurzbericht:

40. Min. 1:0 Paul (Selbsttor)

66. Min. 2:0

70. Min. 3:0

 

Mit letztem Aufgebot tapfer gehalten

Es war wieder einmal ein Punktspiel in Doelzig angesagt. Zum dritten Mal in unserer Volkssportgeschichte mussten wir vor den Toren Leipzigs beim bisher in dieser erst kurzen Saison so ambitioniert auftretenden Gastgeber, dem SV 1863, antreten. Unser Gegner hatte zwar auch nur bisher einen Punkt, wie wir, ergattert. Aber die Ergebnisse hatten ein anderes Niveau. Knappe Niederlage mit 3:2 beim gegenwärtigen Tabellenfuehrer Roter Stern II und ein 0:0 bei West 03. Unser Ergebnis bei letzterem Gegner ist ja noch allen bekannt. Selbst im Pokal kam man eine Runde weiter. Der Stadtligist Staedtebau musste mit 3:2 in Doelzig den Kuerzeren ziehen. Da sollte man sich doch warm anziehen und ein schlagkraeftiges Aufgebot ins Rennen schicken. Jedoch sehr weit gefehlt. Im Vorfeld und am Spieltag selbst hagelte es Absagen aus dem Kreis unserer Mannschaft, dass einem Hören und Sehen vergehen sollte. Christian Sch. standen wohl die Haare zu Berge. Die Mannschaft stellte sich mal wieder selber auf. Elf Spieler waren es dann am Ende der Wartezeit vor und in der Kabine. Es kam niemand mehr. Im Vergleich zum Spiel bei West 03 musste auf sechs Positionen gewechselt werden. Um Ronny im Tor, Christian Sch.und Raphael in der Abwehr, Stefan und Lucas im Mittelfeld fuellten Marcus und Paul (Abwehr) und Christian B., Peter und Konrad (Mittelfeld) sowie unser Neuer Christian M. (Angriff) die Mannschaft auf. Der Blick zu Beginn des Spieles auf die verwaiste Ersatzbank sprach Bände. Unter diesen Umstaenden wird dies heute ein ganz schweres Spiel, das war klar. Der Gegner war in voller Mannschaftsstaerke erschienen und Wechsler tummelten sich am Spielfeldrand. Unser Ziel konnte nur lauten, massiv hinten zu stehen und vielleicht doch einmal eine Luecke nach vorn zu finden. Der Gegner uebernahm nicht ueberraschend das Spielgeschehen und doch sollten wir bereits in der zweiten Minute zu einer ersten halben Chance kommen. Ein Pass eines Doelziger Abwehrspielers landete irgendwie bei Peter, der, sichtlich selbst ueberrascht, den Ball ueber den weit vor dem Tor positionierten Torhueter haette lupfen koennen. Allein er bekam das Leder nicht unter Kontrolle und die Chance war dahin. Danach machte Doelzig Dampf und merkte bald, dass es mit unserer Angriffswucht nicht weit her war. Alles rueckte auf und wir bekamen den Druck zu spueren. Meist ueber die Fluegel drangen die Aussenspieler immer wieder im Ruecken unserer Verteidiger in Richtung unseres Strafraumes. Lange Paesse in die Gassen hebelten unsere Abwehr aus. Hohe Flanken und flache Eingaben folgten. Es war alles dabei. Jedoch es fiel kein Tor. Denn unsere Hinterleute unterstuetzt vom defensiven Mittelfeld gaben alles um dies zu verhindern. Wurde einer ausgespielt, stand schon der Naechste zur Hilfe bereit. Half das alles nichts und der Gegner stand schon vor Ronny, dann fuhr dieser seine Krakenarme und – beine aus und wehrte den Ball mit letztem lautstarken Einsatz ab. Welle um Welle rollte auf unser Tor. Befreiungsversuche hatten Seltenheitswert, aber es gab sie. So in der 17. Minute. Eigentlich unsere beste Chance im ganzen Spiel. Lukas fuehrte ueber unsere rechte Angriffsseite einen Einwurf sehr schnell auf Stefan aus. Dieser ging mit dem Ball bis zur gegnerischen Grundlinie und passte das Leder direkt auf den im Strafraum eingelaufenen Christian M. Unser staemmiger Newcomer konnte den Ball zwar annehmen, ihm aber leider nicht die entsprechende Schussschaerfe und –genauigkeit verleihen. Der herausstuertzende Keeper der Doelziger konnte den Ball aber nur zu Konrad, der links mitgelaufen war, abwehren. Dieser bekam den Nachschuss auf sein linkes Bein und der Ball endete als laues Schuesschen in den Armen des Torhueters. Ja, trotz massiver Feldueberlegenheit war das mal wieder ein Zeichen, dass wir noch mitspielen. Aber unsere Entlastungsangriffe verendeten in der Folgezeit viel zu schnell in den Beinen der Doelziger. Peter, Christian M. und auch Konrad standen auf verlorenem Posten gegen ihre wendigen und technisch versierten Gegenspieler. Viel zu langsames reagieren auf die aktuellen Situationen des Spieles bescheerten uns staendig neue unliebsame Angriffe des Gegners, der nun auch noch aus allen Rohren das Tor von Ronny beschoss. Zum Glueck hatten Sie das Zielwasser wahrscheinlich in der Kabine oder sonstwo gelassen. Ronny fischte die durchkommenden Baelle alle weg. Ein direkt getretener Freistoss aus 20 Metern holte er mit Hechtsprung aus dem Angel. Bei ihm konnten wir uns zur Halbzeit bedanken, dass wir noch nicht in Rueckstand geraten waren. Ausgepumpt kam unser Team vom Rasen und unser Neuer und einige andere haetten sicherlich ein Sauerstoffzelt gern in Anspruch genommen. Aber kein Zelt und auch keine Wechselspieler standen zur Verfuegung, denn auch bis zur Halbzeit hatte sich kein weiterer WSG-Spieler auf dem Platz in Doelzig sehen lassen. Sehr traurig. Also mussten alle wieder das wunderbar gepflegte Gruen der Gastgeber betreten. Das Spiel begann wie die erste Halbzeit geendet hatte. Mit Druck der sichtlich angefressenen SV-Spieler. Die hatten mit Sicherheit so ihre Bedenken, dass Ronny ihnen als Alptraum heute Nacht im Schlaf erscheinen wuerde. Aber von diesen eventuellen Schockvorstellungen befreite sie dann Einer aus unseren Reihen. Ein Angriff ueber die linke gegnerische Angriffsseite und der Linksaussen stand ploetzlich voellig blank. Lucas, der nach vorn und hinten staendig arbeitete, wurde ueberspielt. Ploetzlich war kein rechter Verteidiger mehr da und eine scharfe Eingabe erfolgte genau in unser Zentrum im Strafraum. Paul, in seiner Not, sah seinen Gegenspieler in unmittelbarer Naehe und entschloss sich instinktiv den Ball mit einem Hechtsprung aus dem gefaehrteten Raum zu koepfen. Mal geht sowas gut, mal eben nicht. Ohne eine Abwehrchance schlug dieser Ball in unserem Gehaeuse links ein. Da hatte Doelzig 40 Minuten gerackert und wir belohnten sie nun dafuer. Nein, keine Schuldzuweisung an Paul. Wenn nicht er, dann der Andere. Es war doch wohl nur eine Frage der Zeit, wann es bei uns im Kasten klingeln wuerde. Nun war zwar der Bann fuer die Hausherren gebrochen, aber das Versieben von Chancen in Groessenordnungen ging weiter. Von draussen wurden schon Spottverse der eigenen Mitspieler und Fans des Gegners laut und wir erhielten aufmunternde Worte fuer unseren Einsatz. Kaufen konnten wir uns dafuer aber auch nichts. Die Kraefte und die Aufmerksamkeit gingen immer mehr den Bach hinunter. Schuesse aufs gegnerische Tor? Bis auf zwei von der Mittellinie abgegebene von Stefan. Fehlanzeige. Als Fan und Mitglied der WSG war man schon geneigt die hoeheren Maechte zu bitten dafuer zu sorgen, dass das Spiel moeglichst bald abgepfiffen wird. Aber es war noch zu viel Zeit auf der Uhr. Und die Minuten wurden zur Ewigkeit. Weiterhin versuchten die Gastgeber uns auszuhebeln und zum Teil mit Ansage die Baelle hinter unsere Deckung den eingelaufenen Mitspielern auf den Fuss zu legen. Marcus warf sich in Ball und Gegner hinein und wandelte am Rand einer gelben Karte. Aber er zeigte damit seinen Mitspielern, dass sie sich nicht aufgeben und die letzten Koerner mobilisieren sollten. Christian Sch. hatte sich vollkommen verausgabt bei den Abwehrversuchen schon vor dem Strafraum. Er schlich nur noch hinter dem Gegner her. Aber auch er gab sich nicht auf. Paul sah ein um das andere Mal nur noch die Hacken seines trickreichen Gegenspielers. Und dennoch kaempfte er sich staendig wieder an ihn heran. Aber unser Glueck war endlich. Vier Minuten vor Schluss musste Paul sich wegen seinem Eigentor keine Gedanken mehr machen. Das 2:0 fiel aus einem Nachschuss, welcher im ersten Anlauf noch von ihm selber abgeblockt wurde. Doelzig hatte uns nun endgueltig geknackt und legte in der letzten Minute noch eins hinterher. Marcus hatte hier den ersten Angriff ueber die linke Angriffsseite des Gegners noch mit Kopfabwehr unterbunden, war danach aber ausgespielt worden. Die folgende schoene Kombination, ohne praktische Gegenwehr, brachte den Treffer zum Endstand. Nach einer Nachspielminute pfiff der relativ unauffaellige Schieri das Spiel ab. Voellig fertig und auf dem Zahnfleisch bewegten sich unsere Spieler vom Feld. Eine fast 70 minuetige Abwehrschlacht war Geschichte. Mit dem letzten Aufgebot hatten sie sich tapfer gehalten. Traurigkeit und zugleich Stolz ueber das Ergebnis, welches dann am Ende doch ehrlicherweiser dem Spielverlauf mehr entsprach, machten sich breit. Die Maenner, welche heute die Farben der WSG Leipzig-Mitte vertreten hatten, mussten sich nichts, aber auch gar nichts vorwerfen lassen. Vielmehr sollten sich einige Spieler unseres Teams, welche heute aus irgendwelchen Gruenden nicht am Spiel teilnehmen konnten oder wollten, hinterfragen, ob sie nicht doch den Weg nach Doelzig haetten finden koennen. Die, die heute bis zum Umfallen gespielt haben, haetten es ihnen sicherlich sehr gedankt.

Uwe Krost