Startseite  Spielberichte  Saison 2018/19  24.08.2018 Punktspiel

Zum Spiel erschienen: Maik, Konrad, Raphael, Christian S., Micha R., Bassl, Stefan, Marcus, Robert, Micha Kr., Sebastian, Lucas, Arne und Paul

 

Die Start-ELF

 

Ein: 1-3-1-4-2

Tor: Konrad

Abwehr: Christian S. Raphael, Paul

6er: Marcus

Mittelfeld: Robert, Arne, Lucas, Bassl

Sturm: Micha R., Stefan

 

Wechselspieler: Michael Kr., Sebastian, Maik

 

Zuschauer: 15

 

Kurzbericht:

 

05. Min. 1:0

36. Min. Wechsel Michael Kr. fuer Arne

36. Min. Wechsel Sebastian fuer Bassl

50. Min. Arne fuer Michael R.

60. Min. 1:1 Raphael

60. Min. Michael R. fuer Robert

 

Den Spatz in der Hand oder die Sache mit der Taube

Nach dem ueberaus positiven Start in die neue Saison mit zwei Siegen gegen SV Ost 1858 im Pokal und BW West im ersten Punktspiel, traten wir am Freitagabend bei der neugegruendeten Volkssportmannschaft von Gruen-Weiss Miltitz an. Aus unserer Sicht ein unbeschriebenes Blatt. Hatte doch unser Gegner bisher nur einen Nachweis seines fussballerischen Könnens in unserer Liga nachweisen duerfen und der fiel nach dem Ausscheiden im Pokal mit 1:4 etwas duerftig aus. Natuerlich sollte man solch ein Ergebnis nicht auf die beruehmte Goldwaage legen, da zu wenig Aussagekraft ueber das Team dahintersteckt. So wollten wir die Ausgangslage auch zu betrachten wissen und uns nur auf unsere Staerken konzentrieren. Und diese Lage war nicht die Schlechteste. Wir konnten wieder einmal in Punkto Mannschaftsaufstellung aus dem Vollen schoepfen, denn unser Aufgebot fuer das Spiel bestand aus 14 spielfaehigen Maennern, die die Ausfaelle von Michael D., Christian B., Rene und diversen langzeitverletzten Akteuren unseres Teams kompensieren konnten. So konnte sich Konrad im Tor wieder auf seine bewaehrten Vorderleute um Raphael und seine Getreuen, zur linken Paul und zur rechten Seite Christian Sch., verlassen. Marcus spielte vor der Abwehr wieder mit Spezialaufgaben versehen. Im Mittelfeld gab Lucas an der Seite von Robert, Arne und Bassl sein Debuet fuer unsere Farben. Der Sturm setzte sich aus Stefan und Michael R. zusammen. Auf der Auswechselbank warteten Sebastian, nach seiner schweren Schulterverletzung erstmals wieder dabei, Michael Kr. und Maik auf ihre Einsatzchance. Der Platz der Gruen-Weissen war, bedenkt man die bisherige Wettersituation und der Vergleich zu anderen Plaetzen, in gutem Zustand, obwohl das reichlich abgefallene Laub der umstehenden Bäume ihn teilweise bedeckte. Leider war er etwas hoch, so dass ein Rasenschnitt vorab sicher angebracht gewesen waere. Aber alles kann man nun einmal nicht haben und der Gegner musste mit den Gegebenheiten ja auch klar kommen. Der Schieri pfiff das Spiel an und wir versuchten sofort das Heft des Handelns zu uebernehmen. Lucas zeigte gleich zu Beginn, dass er eine gute Fussballerausbildung in der Vergangenheit genossen hatte und verteilte die Baelle nach vorn auf unsere beiden Spitzen, die gleich die Abwehr der Gastgeber beschäftigten. Diese stand aber ihrem Mann und konnte sich dem Anfangsdruck erwehren und zu Gegenangriffen uebergehen. In der 5.Minute wurde einer dieser Angriffe von unserer Abwehr in Person von Paul abgefangen. Da er sich seines Gegenspielers erwehren musste, wollte er den Ball nach Hinten zu Raphael passen. Aufgrund der oben beschriebenen Platzverhaeltnisse ging der Rueckpass in Richtung Konrads Tor und dieser rannte aus seinem Kasten heraus. Da der von Paul geschossene Ball aber nicht die fuer den Rasen noetige Schaerfe besass, verendete er kurz hinter unserer Strafraumlinie. Konrad bemerkte das. Aber anstatt durchzulaufen und wenigstens die Chance zu suchen als erster am Ball zu sein, unterbrach er abrupt seinen Sturmlauf aus seiner Kiste und wartete auf den nachsetzenden Angriffsspieler der Miltitzer. Der machte sich Konrads Verharren zu Nutze, umkurvte ihn rechts herum und netzte ein. Raphaels Einsatz vor der Linie kam zu spaet. Da hatten wir uns sprichwoertlich das Ei so gut wie selbst ins Nest gelegt. Raphaels Mahnung noch vor dem Anpfiff, doch moeglichst auf die Rasenverhaeltnisse zu achten und Risikopaesse, vor allen Dingen nach hinten, zu vermeiden, war vom Winde verweht. Denn dieser nahm jetzt zu, da ein Regengebiet sich unserer Spielstaette immer mehr naeherte. Nun hatte uns unser Gegner den Fehdehandschuh zugeworfen und nicht wie geplant wir. Aber wir schuettelten uns kurz und waren nun so richtig heiss, wie Frittenfett. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Strafraum der Gruen-Weissen zu. Alle kaempften um jeden Meter Raum. Die Abwehr stabilisierte sich wieder und mit teilweise phantastischen Spielzuegen ueber unser Mittelfeld wurde der Angriff mit Stefan und Michael R. bedient. Unser Gegner kam nicht mehr aus seiner Haelfte heraus und unsere Abwehr stand zeitweise kurz hinter der Mittellinie bereits wie eine Wand. Leider hatte das Forechecking nur einen Nachteil. Der Platz im und am Sechzehner wurde immer enger, da sich teilweise ein Grossteil der Spieler dort tummelten und erfolgreiche Abschluesse in Richtung Miltitzer Tor immer mehr erschwert wurden. Aber wir hatten unsere Chancen. Nach einem der besten Spielzuege aus der Abwehr heraus, hatte Stefan in vorderster Position nur noch den Torwart ca. 2 Meter vor sich. Diesen auszuspielen war nicht mehr drin, also entschied er sich zu schiessen. Leider direkt auf den Kister, der den Ball aus Nahdistanz abwehren konnte. Ein Durchmarsch ueber die rechte Seite von Michael R. endete mit einer Flanke auf den heranstuertzenden Arne, der das Leder knapp ueber den Kasten hob. Stefan koepfte einen Eckball direkt in Richtung Tor. Leider drei Meter vorbei. Und auch Michael R. verzog aus aussichtsreicher Position rechts vorbei. Die Abwehr unserer Gastgeber stand bei diesen und noch weiteren Aktionen unseres Teams so unter Druck, aber sie fiel nicht. Als alles nichts mehr half, reklamierten wir kurz vor der Halbzeit auf Handspiel im Strafraum, aber der teilweise nur um den Anstosskreis agierende Schieri, gab aus dieser Entfernung nur Eckball, welcher nichts einbrachte. Trotz drueckend ueberlegenem Spiel, bei wenigen zaghaften und ungefaehrlichen Gegenangriffen der Gastgeber, wechselten wir die Seiten. Alle waren angefressen, dass so ein, in seiner Entstehung unmoegliches Tor, den Spielverlauf eigentlich auf den Kopf gestellt hatte. Aber so ist das nun einmal im Fussball. Du musst deine Chancen, die sich dir anbieten, auch nutzen. Und da hatten wir, wie auch schon im letzten Spiel gegen BW West, einfach zu sehr geschludert. Raphael gab wieder die Order an alle aus, sich nicht verrueckt machen zu lassen und auf unsere Zeit, die da kommen wird, zu warten. Zwei frische Kraefte sollten dazu ihren Anteil leisten. Sebastian loeste Bassl auf der halblinken Seite ab. Michael Kr. verstaerkte unseren Sturm und gab Arne eine Verschnaufpause. Mit dieser geballten Offensivkraft wollten wir nun das Abwehrbollwerk Miltitz zum Einsturz bringen. Wieder kaempften alle bis zum Umfallen. Marcus stand dem Spielmacher der Gastgeber staendig auf den Socken. Robert fuhr teilweise wieder die Dampframme aus und rannte alles um, was sich ihm in den Weg stellte, wobei ihm auch manchmal das Glueck zur Seite stand. Technische Kabinettstueckchen sind dabei nicht sein Ding. Aber Kampf und Einsatz konnte man ihm bis zu seiner Auswechselung nach 60 Minuten durchaus nachsagen. Je mehr die Zeit voranschritt, das Wetter duesterer wurde und der Regen einsetzte, war mancher Zuschauer vielleicht schon geneigt zu sagen, dass das heute nichts mehr wird mit einem Punkt, geschweige denn drei. Miltitz verbarrikadierte den Strafraum und bei Schuessen von Stefan, Michael Kr. oder Michael R. war immer wieder ein Koerperteil der Gruen-Weissen oder das Aussennetz dazwischen. Die groesste Gelegenheit verpasste dann auch noch Raphael, der sich bei einem Angriff ueber die rechte Seite in den Strafraum der Miltitzer bewegt hatte und von Michael R. mit einer Superflanke bedient worden war. Leider konnte er den Ball mit dem Kopf nur tuschieren und er ging am linken Pfosten vorbei. Hier waere die sich hineinwerfende Abwehr zu spaet gekommen. Nach 50 Minuten brauchte Michael R. eine Regenierungspause und Arne warf sich nochmals ins Angriffsgetuemmel. Auch bei anderen Spielern mussten jetzt die Batterien auf Reserve umgeschaltet werden, da das staendige Anrennen seinen Tribut forderte. Lucas, der in der ersten Haelfte unermuedlich jedem verlorenen Ball nachsetzte, diese zurueckholte und dann wieder den Angriff organisierte, verlor sichtbar an Kondition und musste ein paar Gaenge zurueckschalten. Das machte sich auf unserer rechten Angriffseite, bei der nur Robert, wie bereits o.a., zeitweise explosionsartig durchbrach, bemerkbar. Miltitz versuchte bei seinen wenigen Ausbruchversuchen ueber unsere rechte Mittelfeldseite durchzukommen, aber sie liefen sich an Christian Sch. und Paul, die noch hinten absicherten, immer wieder fest. Konrad fing die wenigen Schuesse oder Flanken auf sein Tor sicher ab und hatte nach den Turbulenzen der Anfangsminuten einen ruhigen Abend. Zehn Minuten vor Ende der Partie hatte der liebe Fussballgott dann doch noch ein Einsehen mit unserer Mannschaft. Sebastian hatte seit seiner Einwechslung immer mal wieder auf unserer linken Seite angedeutet, dass er hier unsere Angriffsbemuehungen durchaus wirkungsvoll unterstuetzen konnte. Leider hatte er im Zusammenspiel mit Michael Kr. oder Stefan noch nicht die Moeglichkeit bekommen ueber einen Doppelpass die rechte Abwehrseite der Miltitzer aufzureissen. Das sollte in der 60. Minute der Vergangenheit angehoeren. Nach einer solchen Aktion ging er von der Grundlinie mit dem Ball in Richtung Strafraum und bediente mit schoenem Pass Stefan, welcher sich dort vor dem Sechzehner in Position gebracht hatte. Der nahm den Ball direkt aus der Luft und - scheiterte wieder an einem gegnerischen Koerperteil. Aber in diesem Fall gelang der abprallende Ball zu Raphael, welcher sich wieder in die Angriffsbemühungen eingeschaltet hatte und am Elfer lauerte. Er nahm den Ball an und haemmerte ihn mit rechts aus der Drehung in das linke Dreiangel zum hochverdienten Ausgleich fuer unser Team. Halleluja. Wir jubelten, als wenn wir die Meisterschaft oder sonst was geholt haetten. Hatte sich doch die staendige Hatz nach dem Ball zumindest zur Haelfte gelohnt. Es waren ja noch 10 Minuten zu spielen. Michael R. ging nochmal ins Rennen und Robert voellig erledigt, leistete Bassl und Maik auf der Auswechselbank Gesellschaft. Jetzt wollten wir noch einmal die grosse Keule herausholen, denn auch ein Unentschieden schmeichelte doch sehr den Miltitzern. Aber wie wir uns auch zur Decke streckten und die letzten Koerner mobilisierten, es war kein weiterer Treffer fuer uns drin. Der Schieri pfiff ueberpuenktlich ab, wahrscheinlich hatte er noch etwas Besseres vor. Zufriedenheit in den Gesichtern unserer Spieler sieht normalerweise anders aus. Es waren mehr so gemischte Gefuehle, die da so jeder Einzelne mit in die Kabine (Danke an das Einstandsbier von Lucas) und ins Wochenende nahm. Sollte man sich ueber den noch erkaempften Punkt freuen oder doch ueber die zwei verlorenen Punkte aergern. Ich waere fuer den Spatz.

Uwe Krost