Startseite  Spielberichte  Saison 2017/18  18.05.2018 Punktspiel

WSG Mitte - TSV 76

Zum Spiel erschienen;

Stefan, David, Christian Sch., Michael Kr., Sebastian, Michael D., Michael R., Raphael, Konrad, Rocco und Rene

 

Verantwortliche und Mitglieder:

Uwe, Maik, Paul, Bassel und Heiko

 

Die Start-ELF

Ein: 3-1-4-2

Tor: Konrad

Abwehr: Christian Sch., Michael D., Sebastian

6er: Raphael

Mittelfeld: David, Stefan, Michael Kr., Rocco

Sturm: Rene, Michael R.

 

Wechselspieler:

Maik

 

Zuschauer: 15

 

Kurzbericht:

10. Minute: 1:0 Stefan

27. Minute: 2:0 Michael R.

35. Minute: 3:0 Michael R.

 

Verdienter Sieg mit traurigem Ende

In den letzten Wochen nach den Spielen gegen BW West und Glückauf 74 hatten wir jeweils mit einem 1:1 - Remis die dortigen Plaetze verlassen. Gluecklich ueber diese Ergebnisse waren wir nie, denn unter dem Strich gesehen, war in allen drei Spielen mehr drin gewesen. Leider konnten wir in diesen Spielen unsere, durchaus erkennbaren hoeheren, Spielanteile nicht quantitativ veredeln, sprich Tore, die zum jeweiligen Sieg gefuehrt haetten, erzielen. Aber Haette, Wenn und Aber. Jammern hilft bekanntlich nichts und den Kopf in den Sand stecken, erst recht nicht. Also Kopf hoch und das naechste Spiel anvisieren. Und da kam doch an diesem angesetzten Spieltag der Platzierungsrunde die Mannschaft des TSV 76 gerade recht. Diese hatten wir im Herbst mit 2:1 bezwungen, aber ueber das Niveau dieses Spieles wollten die wenigen Beteiligten (wir gewannen in Unterzahl) moeglichst den Mantel des Schweigens ausbreiten. Mittlerweile hat der damalige Tabellenletzte die rote Laterne an Glueckauf abgegeben. Sogar ein Sieg gegen die in der Platzierungsrunde fuehrende Mannschaft von MoGoNo I gelang ihnen und das hatte sich auch bis zu uns herumgesprochen. Also Aufmerksamkeit, von der ersten Minute an, war angesagt. Nachdem sich beim letzten Auswaertsspiel bei BW West die Reservespieler auf unserer Bank tummelten und Maik die Qual der Wahl hatte, wer wann fuer wen auflaufen wuerde, war diesmal wieder der leider bekannte Alltag im Leben eines WSG-Spielers eingetreten. Es waren, von Maik (ihn plagte eine Erkaeltung) abgesehen, gerade einmal elf spielfaehige Maenner unseres Teams anwesend. Diverse Abmeldungen aus privaten und gesundheitlichen Gruenden lagen vor. So sollten es dann diese Jungs heute richten. Konrad bewachte unseren Kasten, Michael D. mit Christian Sch. und Sebastian unseren Strafraum, davor sicherte Raphael. Im Mittelfeld gingen David, Stefan, Michael Kr. und unser Debuetant Rocco an den Start. Im Sturm boten sich Michael R. und Rene an. So ging unsere Mannschaft in das Spiel, welches vom Schieri auch puenktlich angepfiffen wurde. Motto: Trotz mangelnder Wechselmoeglichkeiten wollen wir heute den (Sieges)Bock endlich umstossen. Wir bestimmten von Anfang an das Spiel, ohne aber zu sehr auf die Tempotupe zu druecken. Das in den letzten Wochen durchgefuehrte Training zeigte beim Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile schon einige zarte Fruechte. Man legte Wert auf das Herausspielen des Balles von Hinten nach Vorn, Kurzpassspiel war angesagt und der naechste Mann gesucht. Der TSV ueberliess uns nach kurzem Abtasten zunehmend die Hoheit ueber das Mittelfeld und so sah unser Spiel teilweise sehr ueberlegen aus. Michael R. tankte sich nach ca. 4 Minuten, nach Zuspiel aus unserer Abwehr, ueber die linke Angriffseite durch und liess den ersten Schuss aufs Tor folgen, welche der Torwart der Gaeste aber abblocken konnte. Weitere Folgeangriffe blieben stecken, aber in der 10.Minute war es Stefan, der mit dem Ball am Fuss drei gegnerische Abwehrspieler gefuehlt auf dem Bierdeckel, wie in alten Zeiten, ausspielte, sich den Torwart noch ausguckte und dann, aus seiner Sicht, ins linke untere Eck vollendete. Eine Supereinzelleistung, welche zur 1:0 Fuehrung fuehrte. Wer nun glaubte, dass der TSV nun zum Gegenschlag ausholen wuerde, sah sich getaeuscht. Man zog sich noch weiter zurueck und versuchte den Strafraum noch mehr zuzunageln. Ganz gelegentliche Konterversuche mit ein, hoechstens zwei Feldspielern konnten uns nichts anhaben. Es sei denn, dass wir uns es manchmal selber schwer machten, in dem wir z.B. im Zusammenspiel der Abwehrstrategen mit unserem Torwart einfach nicht die gebotene Sorgfalt walten liessen, sicher geglaubte Baelle durch fehlenden laeuferischen Einsatz verloren und dem Gegner fast noch die Chancen auf dem Tablett servierten. Gottseidank konnte dieser aber mit solchen Angeboten aber auch gar nichts anfangen und der Kelch ging an uns vorueber, wie auch deren Schuesse weit ueber unser Tor. Die im weiteren Spielverlauf zunehmende Spielueberlegenheit konnte durch unser Team nicht in weitere Tore umgemuenzt werden, da uns leider wieder einige Stockfehler im Spielaufbau, wie falsche Einwuerfe, Fehlpaesse und technische Fehler passierten. Der Gegner hatte immer wieder noch ein Bein dazwischen. Stefan ging nach ca. 25 Minuten auf der linken Seite durch und passte scharf nach innen und Michael Kr. verpasste einschussbereit nur hauchduenn den auf ihn getimten Ball. Es sollte aber der Auftakt fuer fulminante 10 Schlussminuten der ersten Halbzeit werden. Denn zwei Minuten spaeter erfolgte eine Flanke von halb rechts in den Strafraum der 76-iger. Der Torwart, der nicht der Groesste und Sicherste seiner Mannschaft war, kam nicht an den Ball heran. Michael R., der in die Flanke hineingelaufen war, konnte den Ball gegenueber dem Kister im Zweikampf behaupten und ihn danach ins verwaiste Tor befoerdern. 2:0. Ein tolles Gefuehl, welches wir schon lange nicht mehr hatten. Aber wir liessen nicht nach und wollten jetzt den Halbzeitsack zumachen. Da der Schieri interessanterweise zwei Minuten drauflegte, schossen wir in der Nachspielzeit das dritte Tor. Und das fiel so. Ein Angriff ueber unsere rechte Seite wurde mit einer scharfen Eingabe durch Stefan von der rechten Strafraumgrenze vor den Fuenfmeterraum gezogen. Dort liefen Rene und Michael Kr. mit ihren Gegenspielern in die Flanke hinein. Der Ball passierte Freund und Feind. Michael R., der im linken Rueckraum gelauert hatte, reagierte in diesem Moment als Einziger. Er lief in den durchgerutschten Ball und markierte mit straffen Schuss unser 3:0. Der Schiedsrichter pfiff nur noch einmal kurz an und dann sofort zur Halbzeit. Die Jungs kamen zufrieden vom Platz und Heiko und Maik mussten eigentlich nicht viele Worte ueber die vergangenen Minuten verlieren. Lange nicht mehr so gefreut. Der Kaese sollte gegessen sein. Aber es mussten auch diverse Situationen angesprochen werden, in denen der Schlendrian wieder einmal in unser Spiel einzuziehen drohte. Gerade unsere neuen jungen Spieler, die zum ersten Mal ein Spiel ueber die volle Distanz absolvierten, wurden von den aelteren erfahrenen Kaempen zur Seite genommen und versucht deren Nervositaet zu nehmen. Da die bestehende Spielerdecke Wechsel nicht zuliess, tauschten Rocco und David die Mittelfeldseiten, um Davids staerkeres linkes Bein im Angriff mehr zur Geltung zu bringen. Die Mannschaft sollte so weiter spielen, Torszenen und –erfolge wuerden sich schon automatisch einstellen. Doch irgendwie war jetzt der ungefaehrdete Vorsprung ein Hemmschuh bei der weiteren Gestaltung unseres Spieles. Wir ueberliessen jetzt immer mehr unserem Gast die Initiative und der nahm diese auch dankend an. Statt weiter, wie am Anfang und in vielen weiteren Aktionen der 1.Haelfte, das Kurzpassspiel zu pflegen und sich anzubieten, wurde Langholz gespielt und die Spitzen mit ungenauen Paessen regelrecht zur Verzweiflung getrieben. Michael Kr., unser Torschuetze vom Dienst der letzten Spiele, der bereits in der ersten Haelfte wegen solcher Aktionen fast keine Torsituationen (ein Schuss mit der Kieke in Richtung Tor) aufweisen konnte, lief sich einen Wolf um an den Ball zu kommen. Auch Michael R. und Stefan liefen sich immer wieder fest. Der Schwung war raus und der Gegner kam nun etwas oefters vor unser Tor. Aber deren Aktionen waren zu harmlos um uns ersthaft gefaehrden zu koennen. Selbst als Mitte der zweiten Haelfte sich unsere Abwehr in einer Situation fast selbst zerlegte, konnten sie nichts daraus machen und jagten den Ball aus einer guten Schussposition ueber unseren Kasten. Viel gab es daher aus der zweiten Haelfte nicht zu berichten. Es ging zwar hin und her, aber die relativ bescheidenen Mittel unserer Gaeste konnten uns nicht in Gefahr bringen und bei uns schien es so, als wenn sich alle mit dem Ergebnis zufrieden gestellt hatten. Da brachen die letzten zehn Minuten an, die sich zeitweise an Dramatik nicht ueberbieten liessen. Sebastian, der bis dahin einen durchaus soliden Part als Linksverteidiger abgegeben hatte und keinen Ball verloren gab, hatte einen Ball im seinem hinteren Drittel erkaempft und ging mit schnellem Lauf ueber die Mittellinie, um einen sofortigen Gegenangriff zu starten. Unsere Spitzen gingen in Position, um seinen kommenden Pass zu verwerten. Leider wurde daraus nichts. Der von Sebastian abgehaengte Gegenspieler, besann sich ploetzlich seines Gegners und attakierte ihn von hinten. In diesem Zweikampf, der sicher nicht ganz fair und Gentleman like ablief, verlor Sebastian die Kontrolle ueber den Ball und seinen Koerper. Er stuertze sehr ungluecklich auf seine Schulter und blieb von Schmerzen geplagt liegen. Natuerlich erfolgte der Pfiff des Schieris, aber der konnte das Dilemma, welches sich allen Beteiligten bot, auch nicht mehr verhindern. Raphaels geuebtes Auge erkannte sofort, dass es sich hierbei um einen Schluesselbeinbruch handelt. Da hatten wir den Salat. Sebastian wurde von Paul in die Kabine gebracht und anschließend medizinisch im Krankenhaus versorgt. Im ersten Moment waren wir alle geschockt. Aber wie heisst es so schoen- The Show must go on-. Zehn Minuten waren ja noch zu spielen. Unsere verbliebenen 10 Mann packten jetzt noch mal ihren Ehrgeiz aus und spielten fuer Sebastian. Und fast haette es noch zweimal im Kasten der 76-er geklingelt. Da Michael R. zurueck auf die linke Verteidigerposition ging, wurde David weiter nach vorn beordert. Der bekam fünf Minuten vor Schluss den Ball auf links in den Fuss gespielt und hatte nur noch den Torwart vor sich. Leider zog er ueberhastet ab. Der Ball ging links am Tor vorbei. Und der Minutenzeiger war gerade eine weitere Minute vorangeschritten, da sollte eigentlich Michael Kr. grosse Stunde schlagen. Er wurde am linken Strafraumeck angespielt, kaempfte sich mit allem was er zur Verfuegung hatte an mehreren Gegenspielern vorbei und drang in den Strafraum ein. Vor sich den Torhueter, dahinter das Tor. Mit letztem Einsatz bugsierte er den Ball hoch ueber den herausstuertzenden Kister aufs Tor. Jedoch der Fussballgott wollte sich an diesem Tag nicht fuer Michael Kr. verwenden. Der Ball schlug an die Latte und sprang zurueck ins Feld. Dort setzte David nach und schoss den Ball wieder aufs Tor. Ein Abwehrspieler konnte gerade noch seinen Koerper dazwischen bringen und das sichere 4:0 verhindern. Da sollte es dann an Dramatik auch genug sein. Der Schieri liess die Verletzungsunterbrechung noch nachspielen und dann war Finito. Die Jungs kamen vom Spielfeld, aber so richtig konnten wir uns ueber den verdienten Sieg nicht freuen, angesichts der traurigen Verletzung von unserem Sportskameraden. Selbst das gesponsorte Geburtstagsbier von Christian Sch. hatte irgendwie einen zusaetzlichen bitteren Beigeschmack.

PS: Lieber Sebastian, die Mannschaft uebermittelt Dir die allerbesten Genesungswuensche. Wir denken an Dich.

Uwe Krost