Startseite  Spielberichte  Saison 2016/17  24.04.2017 Punktspiel

Energetik - WGS Mitte

 

Energetik-WSG Mitte

Zum Spiel erschienen;

Tino, Raphael, Paul, Christian Sch., Marcus, Stefan, Sebastian, Michael Kr. und Robert

 

Verantwortlicher:

Uwe

 

Die Start-Neun

Ein 3-4-1

Tor: Tino

Abwehr: Christian Sch., Raphael, Paul

Mittelfeld:, Marcus, Stefan, Robert, Sebastian

Sturm: Michael Kr.

 

Zuschauer: 10

 

Kurzbericht:

33. Minute: 1:0

55. Minute: 2:0

57. Minute 3:0

 

Starken Charakter in Unterzahl gezeigt

 

Es zeichnete sich bereits nach dem Spiel am letzten Freitag ab, dass es mit unserer Aufstellung für das Montagsspiel bei Energetik nicht gut bestellt war. Zwar sollte Raphael nach ueberstandenem Urlaub wieder unsere Reihen verstaerken und sein Kapitaensamt wieder uebernehmen, aber Jonas und Christian B. meldeten sich dafuer ab. Zwei weg, einer kommt. Da waeren es nach Adam Ries immerhin noch zwoelf Mann. Ja, da hatten wir die Rechnung ohne den bekannten Wirt gemacht. Denn im Laufe des Spieltages sagten noch diverse Spieler aus unterschiedlichsten Gruenden oder gar nicht ab und so machten sich kurz vor Anpfiff gegen 18:30 Uhr gerade einmal neun Spieler in unseren gelb-blauen Vereinsfarben für das bevorstehende Spiel warm. Eine nicht beneidenswerte Situation. Der Gegner stellte dagegen eine Armada von 15 willigen Mannen auf, die sich wohl schon beim Auflaufen und beim Betrachten unseres armselig aussehenden Haufens so ihre Gedanken ueber die Hoehe des heutigen Sieges machten. Logisch. Wir waren uns selbstverstaendlich klar darüber, dass es heute für unser Spiel keinen Schoenheitspreis geben kann und wir nur versuchen konnten, das moeglichst Beste für uns herauszuholen. Also lautete das bekannte Motto: Hinten dicht und vorne hilft der liebe Gott.

Und so gingen wir das Spiel an. Tino huetete gewohnt unsere Schiessbude. Raphael organisierte wieder mit Christian Sch. und diesmal Paul die Abwehr. Unser Mittelfeld mit Stefan, Marcus, Sebastian wurde um Robert erweitert und Michael sollte, wenn moeglich die gegnerische Abwehr beschaeftigen und auf himmlischen Beistand hoffen. Und das klappte zu Beginn des Spieles ueberraschend gut. Nachdem noch nicht mal drei Minuten vorbei waren, haetten wir schon in Fuehrung gehen koennen, vielleicht sogar auch muessen. Energetik hatte sich mit dem vielen Platz, den wir ihnen bieten mussten, noch gar nicht richtig vertraut gemacht, da jagte Raphael einen Steilpass aus unserer Haelfte geradewegs in Richtung Strafraum des Gegners. Michael nahm den Ball ca. zwanzig Meter vor dem Strafraum auf und beschaeftigte sofort drei Gegenspieler. Leider konnte er sich nicht sofort zu einem Direktschuss aufs Tor, was das Beste gewesen waere, entschließen. Dagegen versuchte er noch naeher in den Strafraum einzudringen und wurde dann beim Abschluss gestoppt. Kurz danach bereits die groeßte Chance unseres Teams. Sebastian ging über links Richtung gegnerisches Tor, spielte Doppelpass mit Michael, hatte damit die gegnerische Abwehr ausgehebelt und tankte sich weiter durch. Der Torwart, der nun vor ihm auftauchte, konnte nur unter hoechster Aufbietung seiner ganzen Groesse und mit Unterstuetzung eines weiteren Abwehrspielers den angesetzten Schuss abwehren und leider auch den Nachschuss von Sebastian verhindern. Mein lieber Mann. Da hatten wir vielleicht ein paar ordentliche Signale in Richtung Gegner gleich zu Beginn gesendet. Die Energetiker falteten sich erstmal selber verbal zusammen, da sie mit so einem Angriffsdruck unseres dezimierten Teams zu Beginn ueberhaupt nicht gerechnet hatten. Da wir den Fehdehandschuh geworfen hatten, war nun klar, dass jetzt die geballte Ladung Angriffsdruck auf uns losgehen wuerde. Aber die Energetiker machten in der Folgezeit immer wieder die gleichen Fehler beim Anrennen auf unser Abwehrbollwerk. Teilweise viel zu lange Baelle, die sich im Grundlinienaus wiederfanden, Abspielfehler, zu hohe Flanken auf die Spitzen usw. Unsere Truppe stand ihrem Mann. Immer wieder war ein Kopf, Bein oder anderes Koerperteil dem Gegner im Weg. Die Abstimmung bei Ballbesitz klappte, trotz hohen Anlaufens des Gegners schon vor unserem Strafraum. Die Baelle wurden trotz Unterzahl aus der Abwehr herausgespielt und nur im Notfall herausgeschlagen. Keiner versteckte sich. Jeder bot sich an, um das Leder zum Naechsten zu tragen. Alle waren staendig in Bewegung. Und wenn der Ball dann doch verlorenging, wurde nachgesetzt und wieder zurueckgeholt. Als Betrachter der Szenerie, die sich da in der ersten Halbzeit abspielte, war man geneigt zu vermuten, dass da eine ganz andere Truppe zu Werke ging, als die, welche in den letzten Wochen und Monaten kein Bein auf den Boden gebracht hatte. Natuerlich hatten wir in einigen Szenen auch Glueck. Aber das hat ja, wie bekannt, nur der Tuechtige. Der Gegner versuchte im Verlauf der 1. Haelfte immer wieder hinter unsere Reihen zu kommen und spielte oefters Baelle in die sich auftuenden Gassen. Raphael organisierte aber hervorragend das Stellungsspiel unserer Abwehr und lies den Gegner einige Male ins, durch den Schieri geahndete, Abseits laufen. Das Unvermoegen des Gegners und das gute Auge des Referees bescherten uns dadurch ab und zu ein paar kleine Pausen zum Durchatmen. Was auch unsere zwar wenigen, aber immer wieder wirksamen Nadelstichangriffe bewirkten. Michael war leider oefters bei Ausbruechen aus unserer Haelfte allein gestellt, aber wenn es klappte waren Stefan ueber rechts und Sebastian ueber die linke Seite dabei ihn zu unterstuetzen. Selbst Raphael ging nach ca. 25 Minuten bei einem Angriff mit in die vorderste Position. Stefan verfehlte bei einem Freistoß aus guten zwanzig Metern nur knapp das Tor. Es war selbstverstaendlich absehbar, dass sich das Energetik nicht mehr lange ansehen wollte. Die Bank wurde immer unruhiger. Vergebene Chancen wurden entsprechend kommentiert und ein gewisses Raunen unter den Anhaengern der Gastgeber war schon zu vernehmen, wenn wir wieder einen Angriff abgefangen hatten und zum Gegenangriff uebergingen. Wir hatten fast die 1.Haelfte ueberstanden, als ein Angriff wieder abgewehrt und der Ball Richtung unserer linken Eckfahne rollte. Ausgerechnet diese Fahne hielt den Ball auf, so dass ein Energetiker das Leder noch bevor es die Seitenauslinie vollstaendig überschritten hatte, wieder ins Spiel befoerderte und danach ein Pass direkt vor unseren Strafraum geschlagen wurde. Dort stuermte ein Gegner heran, den so schnell keiner auf der Rechnung hatte, und schoss den Ball, relativ unbedraengt, direkt in die rechte Ecke. Ohne Chance für Tino, der bereits in den vorhergehenden Minuten einige Baelle mit Fuß-und Handabwehr vor dem Einnetzen gehalten hatte. Zwei Minuten bis zum Pausentee hatten uns gefehlt. Aergerlich. Die Pause kam und man konnte, trotz des spaeten Gegentores nur des Lobes voll sein, wie sich unsere Spieler bravouroes dem Gegner gestellt hatten. Zwangslaeufig ohne Wechsel gingen wir die zweite Halbzeit an. Devise: Weiterhin so mutig mit dem Kopf nach Oben spielen. Der Gegner wollte es natuerlich nun nicht bei dem Spielstand belassen und uns muede kicken. Aber auch in dieser Haelfte gelang es uns von hinten das Spiel, meist ueber die linke Seite, aufzubauen und gelegentlich den Gegner zu aergern. Der wollte sich aber nicht aergern lassen und wir wurden zeitweise, wie beim Eishockey, in der eigenen Haelfte ziemlich eingeschnuert. Welle auf Welle lief Richtung Tinos Gehaeuse und manchem musste wohl schon der Schaedel brummen, von den staendigen Baellen die aus dem Strafraum hinaus gekoepft werden mussten. Aber auch hier hatten wir mit viel Glueck und Geschick die naechsten zwanzig Minuten ueberstanden und selbst bei einem Standard den Ausgleich erzielen koennen. Zehn Meter hinter der Mittellinie erhielten wir einen Freistoss zugesprochen. Christian legte sich das Leder zurecht und nachdem sich ein Teil unserer Offensivspieler im und am Strafraum platziert hatten, schlug er den Ball mit Effet vom Tor wegdrehend genau auf den sich dort nach oben reckenden Stefan. Dieser traf den Ball auch und haette der Torwart nicht geistesgegenwaertig die richtige Bewegung zum Ball gemacht, wir haetten………. So kam die 55. Minute, in welcher wir wieder stark unter Druck geraten sollten. Ein bereits abgewehrter Ball wurde durch einen nachsetzenden Spieler der Gastgeber von der Grundlinie wieder direkt als Flanke halblinks vor das Tor gehoben, wo sich der Spielmacher der Energetiker am hoechsten reckte und den Ball aus Nahdistanz einnickte. Zwei Minuten spaeter war der Drops endgueltig gelutscht, denn ein, durch den bis dahin soliden Schieri, nicht geahndeter falscher Einwurf wurde in unser Zentrum weitergeleitet und dort per Direktschuss auf Tinos Kiste abgefeuert. Dieser konnte den scharf geschossenen Ball nur abklatschen und so vollendete der Torschuetze, der bereits das zweite Tor erzielt hatte, nun nochmals. Jetzt war zu befuerchten, dass wir die letzten 13 Minuten nicht mehr dem immensen Druck standhalten wuerden. Aber auch da konnte man sich irren. Unbeirrt spielten wir weiter und hatten wieder eine Chance. Ueber die rechte Seite ein wunderschoener Angriff ueber Stefan, der den mitgelaufenen Raphael den Ball wunderbar in die Gasse spielte und dieser auf halbrechts in den Strafraum eindringen konnte. Leider war der Abschluss nicht von Erfolg gekroent. Der Ball ging ihm beim Schuss etwas ueber den Schlappen und rechts am Tor vorbei. Robert und Michael spulten ein ennormes Laufpensum ab, gaben keinen Ball verloren und gingen immer wieder, wenn auch selten erfolgreich, lange Wege in des Gegners Haelfte um deren Aufbau zu stoeren. Paul war, im Vergleich zu den letzten Spielen, was Einsatz und Kondition betraf, nicht wiederzuerkennen. Er strahlte einen absoluten Willen aus, sich heute von seiner besten Seite zeigen zu wollen und spruehte vor Kampfelan. Natuerlich wurden die Beine bei allen immer schwerer und der staendig wieder neue frische Kraefte ins Spiel werfende Gegner, wollte das selbstverstaendlich ausnutzen. Aber wir taten ihm diesen Gefallen nicht. Auch wenn in der Folge der eine oder andere Pass nicht ankam, alle kaempften weiter und Christian feuerte die neun tapferen Maenner immer wieder an und schenkte sich wie immer selbst nichts. Mit letzter Kraft warfen sich unsere Spieler auch in den von den Energetikern bestimmten Schlussminuten in jeden Ball und verhinderten eine hoehere Niederlage. Und als auch der letzte Angriff der Gastgeber zu unserm Glueck auf der Latte landete, da hatten wir es nach einer Nachspielminute, die gefühlt nicht enden wollte, ueberstanden. Wir hatten zwar wieder einmal klar verloren, aber wir konnten erhobenen Hauptes das Spielfeld am Viadukt verlassen. Jeder Spieler hatte fuer den Anderen gekaempft und keiner sich haengen gelassen. Selbst von unserem Kontrahenten ernteten wir nach dem Spiel viel Anerkennung, was ja auch nicht jeden Tag geschieht und bei einem solchen Ergebnis normal ist. Mit dieser gezeigten Einstellung und dem Charakter hat die Mannschaft gezeigt, dass wir diese bisher so mies gelaufene Saison noch nicht ganz abgeschenkt haben.

 

Uwe Krost