Startseite  Spielberichte  Saison 2015/16  04.09.2015 Punktspiel

WSG Mitte gegen Turbine

Zum Spiel erschienen;

Max, Rene, Stefan, Tino, Jonas, David, Christian B., Christian Sch., Maik, Raphael und Michael Kl.

Verantwortliche:

Uwe, Rainer, Heiko, Michael D.

Die Start-ELF

Ein 3 - 1 - 4 - 2.

Tor: Max

Abwehr: Tino, Raphael, Michael Kl.

6er: Christian Sch.

Mittelfeld: Jonas, Christian B., Stefan, Maik

Sturm: David, Rene

Wechselspieler:

 

Zuschauer: 10

 

Kurzbericht:

28. Minute: Gelb für Christian Sch.

70. Minute: 0 : 1 HE

 

Bitteres Ende nach großem Kampf

Am 4.Spieltag erwarteten wir die Mannschaft von Turbine Leipzig. Unsere Gäste vom Goethesteig hatten wir seit der Saison 2010/11 nicht mehr zum Gegner, da wir uns seit dieser Zeit durch Auf-und Abstieg ständig aus dem Wege gegangen waren. Turbine hatte aber noch turbulentere Zeiten als wir hinter sich, denn sie mussten in den letzten 4 Jahren nach dem Aufstieg 2011 aus der damaligen 2. in die 1. Stadtklasse (mit zwei Punkten Vorsprung vor uns) den Abstieg nach 2 Jahren zurück und 2 weitere Jahre später den nächsten Tiefschlag mit dem erneuten Abstieg in die Kreisklasse hinnehmen. So sahen sich nun alte Bekannte wieder.

Unser Team stellte sich wieder einmal von allein auf, denn als Rene kurz vor Anstoß seine Töppen geschnürt hatte, war er der 11.Mann. Im Vergleich zum letzten Spiel mussten einige Veränderungen in unserer Mannschaft vorgenommen werden. Da war zum einen die Torhüterposition. Franz hatte sich abgemeldet und Jonas wurde, dank seiner letzten guten Leistungen, im Mittelfeld benötigt. So stellte sich Max wieder einmal zur Verfügung und seinen Körper ins Tor. In Abwehr und Mittelfeld standen die zuletzt angeschlagenen Tino und Stefan bereit und ersetzten Marcus und Michael Kr.. Christian Sch. ging wieder aus der Abwehr auf die 6 er Position des Staubsaugers und Jonas ins offensivere Mittelfeld.

Die erste Halbzeit begann auf beiden Seiten mit ruhigen harmlosen Aktionen, die die jeweils andere Seite abwehrmäßig im Griff hatte. Max bekam nicht viel auf den Kasten, denn obwohl Turbine sich in unserer Strafraumnähe zu einigen Doppelpassaktionen fand, waren die Abschlüsse sehr überschaubar und schwach durchgeführt. Raphael organisierte hinten ruhig und übersichtlich die Abwehr mit Michael Kl. und Tino und konnte mit Christian Sch. im Verbund alles abräumen, was auch nur im Ansatz gefährlich werden konnte. Wir hatten auf der Gegenseite das Problem, dass David zwar mit Rene einen zweiten Mann in der Spitze zur Verfügung hatte, aber dieser mit seinen begrenzten spielerischen Mitteln des Spielverständnisses nicht viel zur Unterstützung beitragen konnte. Dennoch hatte er nach ca. 10 Minuten einen hellen Moment, als er nach einem zu hohen Anspiel über ihn, weiterlief und zwei gegnerische Abwehrspieler so beschäftigte, dass einer von beiden ein Handspiel im Strafraum unterlief. Trotz sofortiger energischer Proteste erkannte der junge Schieri auf nicht Absicht an und ließ weiterspielen. Zwei Minuten später passierte dies wieder einem Turbine-Spieler, diesmal aber auf der rechten Angriffsseite, nach einem Zuspiel des eigenen Mannes. Wieder ließ der Referee Gnade vor Recht ergehen und zu unserem Nachteil weiterspielen, ohne das uns Schaden aus dieser Entscheidung entstand. Kurze Zeit nach dieser Situation, wurde David mit einem wunderbaren Pass von Stefan in die Gasse geschickt. Er wäre mit dem Ball auf und davon gezogen. Jedoch hatte unser Spielleiter wieder etwas dagegen und entschied auf Abseits. Da er die Aktion visuell in seinem Rücken gar nicht wahrnehmen konnte und erst nach Drehung des Körpers den nun mittlerweile frei laufenden David sah, entschied er aufgrund des Armhebens des Gegners. Dabei stand David bei Abspiel noch einige Meter vor dem letzten Mann. Warum diese Schilderung an dieser Stelle so ausführlich geschieht, erklärt sich am Ende des Berichts. All diesen Widrigkeiten zum Trotz und nach noch einer unnötigen gelben Karte für Christian Sch. nach Foul am Mittelkreis, hielten wir ordentlich dagegen und bekamen nun unsere Chancen. Und zwar nach 20 Minuten in Form eines Freistoßes, der ca. 25 Meter vor dem Tor aus halbrechter Position gegen Turbine ausgesprochen wurde. David legte sich den Ball zurecht und hämmerte den Ball in die Abwehrmauer. Da diese nicht vorschriftsmäßig Abstand gehalten hatte, ließ der Schieri dieses Mal Konsequenz walten und den Freistoß wiederholen. Nun wollte es Raphael besser machen. Und er machte es besser. Er zog den Ball an der Mauer links vorbei, der Torhüter kam noch mit den Fingerspitzen an das Leder und lenkte den scharf geschossenen Ball an seinen rechten Innenpfosten. Von dort sprang der Ball leider nicht in das Tor, sondern an Freund und Feind vorbei wieder in das Spielfeld zurück. Stefan, der abstauben wollte, sah nur noch den Ball an sich vorbeijagen. Das Glück war wieder einmal nicht auf unserer Seite. Dennoch glaubten wir jetzt an unsere Chance und sahen ca. fünf Minuten später die größte Möglichkeit unserer Mannschaft und wie sich später herausstellen sollte, des gesamten Spieles. Nach einem groben Fehlpass des letzten Mannes der Gäste, den Stefan 30 Meter vor dem Tor abfing, ging dieser allein auf das Turbine-Tor zu. Dabei zog er von halblinks genau in die Mitte vor das Tor. Der Kister kam heraus und Stefan versuchte den Ball ruhig und abgeklärt über ihn zu lupfen. Leider rutschte ihm dabei der Ball vom Schlappen und er endete in den Armen des Torhüters. Eine vergebene Großchance. In dieser Phase machten wir aber weiter Druck und setzten teilweise weitere Duftmarken, die der Gegner nur mit viel Aufwand aus seinem Strafraum wieder vertreiben konnte. Leider wurden die nächsten Abschlüsse von David und Stefan durch zu weite und hektische Schüsse weit am Tor vergeben. Da Turbine seine Angriffe aber auch nicht effektiv abschließen konnte, wurden die Seiten torlos gewechselt. Heikos Resümee der 1.Hälfte an unser Team: Auch wenn der Gegner vielleicht mehr Spielanteile hatte, so waren die Chancen zur Führung eindeutig auf unserer Seite. Da sich ein Wechsel mangels Spielern wieder einmal nicht anbot, sahen sich alle Spieler in Hälfte zwei wieder vereint auf dem Feld. In dieser wechselte das Spielgeschehen hin und her und brachte zunächst wenig für beide Teams. Erst Mitte der zweiten Halbzeit, als Turbine mehrfach wechselte, verlagerte sich das Spiel zunehmend auf unsere Seite. Wir bekamen die Bälle nicht mehr konsequent aus unserer Hälfte und sahen uns immer mehr Attacken der Kanarienvögel (Turbine ganz in gelb) ausgesetzt. Jetzt hatte auch Max mehr Situationen um sich auszuzeichnen und er konnte u.a. einen Ball per Fußabwehr noch kurz vor der Linie abwehren. Dennoch überstanden wir auch diese brenzligen Momente und ein schneller Konter über unsere linke Angriffsseite hätte fast unsere Führung bedeutet. Der Ball wurde von Christian Sch. im vollen Lauf aus der Luft weitergeleitet und ein Abwehrbein eines Gastes lenkte den Ball so ab, dass er einen unwahrscheinlichen Drall bekam und der Torwart, der vorher schon einen sehr sicheren Eindruck gemacht hatte, ihn aus dem Angel noch herausfischen konnte. Der Torschrei von Christian war leider zu früh erfolgt. Das Spiel näherte sich nun dem Ende und Turbine hatte nach einer Ecke auch noch eine Chance. Der Kapitän erwischte die Maßflanke an unserem hinteren Eck, konnte aber den Ball nur knapp am Tor vorbeiköpfen. Dann kam die letzte Minute. Die Kräfte waren nun auf unserer Seite sehr übersichtlich geworden und nach vorn ging nichts mehr. Alles wollte sich auf den Erhalt des verdienten Punktes (darüber waren sich nach dem Spiel alle Spieler-auch die von Turbine einig) konzentrieren und diesen in trockene Tücher bringen. Turbine griff noch einmal über seine rechte Seite an und ein Abwehrspieler schlug den Ball, ohne direkt angegriffen zu werden, in unseren Strafraum. Dabei setzte der Ball vor dem mit seinem Mann zurückgehenden Christian B. auf und sprang ihm an den Arm. Eine Situation, welche in diesem Spiel, wie oben geschildert, mehrfach bei unseren Gästen ungeahndet vorgekommen war. Aber der Schieri wollte sich jetzt in dieser allerletzten Minute profilieren. Ohne Diskussion zeigte er auf den Elfmeterpunkt. Das Fingerspitzengefühl für dieses, bis zu diesem Moment, ausgeglichene Spiel, war ihm völlig abhanden gekommen. Turbine nahm dieses Geschenk natürlich dankend an und der Kapitän verwandelte mit scharfem Schuss ins linke Eck. Max hatte die Ecke zwar geahnt, aber keine Abwehrchance. Anpfiff-Abpfiff. Keine Minute Nachspielzeit.

Wie die Stimmung danach in unseren Reihen war, wird sich jeder, der diese Zeilen liest, denken können. Wir fanden zunächst einfach keine Worte und dann nur solche, die hier nicht abgedruckt werden sollen. Christian B. war die ärmste Sau unter uns und fühlte sich verantwortlich für diese Niederlage. Mit Trösten war da nicht viel. Mit einem Bier vom Platzer wurde der erste Frust weggespült, aber da sitzt noch einiges tiefer. Doch viel Zeit zum Wunden lecken bleibt nicht. Am Dienstag wartet Holzhausen. Hoffentlich mit einem sensibleren Schiedsrichter und demselben Kampfgeist wie gegen Turbine.

Uwe Krost