Startseite  Spielberichte  Saison 2015/16  17.08.2015 Pokalspiel

Markkleeberg gegen WSG Mitte

Zum Spiel erschienen;

Franz, Paul, Michael Kr., Rene, Jonas, David, Marcus, Christian B., Stefan, Christian Sch., Maik, Raphael und Tino

Verantwortliche:

Thomas, Uwe, Rainer, Heiko, Michael D.

Die Start-ELF

Ein 3 - 2 - 4 - 1.

Tor: Franz

Abwehr: Paul, Raphael, Tino

Doppel 6er: Marcus, Christian Sch.

Mittelfeld: Jonas, Stefan, Christian B., Maik

Sturm: David

Wechselspieler: Michael Kr., Rene

 

Zuschauer: 15

 

Kurzbericht:

04. Minute: 1 : 0

07. Minute: 2 : 0

19. Minute: 2 : 1 Stefan

26. Minute: 3 : 1

42. Minute: 4 : 1

45. Minute: Wechsel - Michael Kr. für Tino

52. Minute: 5 : 1

54. Minute: Gelb für Christian Sch.

56. Minute: Wechsel - Rene für Christian B.

 

Die süßen Trauben hingen zu hoch

Dass die süßen Trauben in Markkleeberg sehr hoch hängen, das mussten im letzten Spieljahr bereits alle Mannschaften der Stadtliga einsehen. Als die Mannschaft bereits als Stadtmeister feststand, kassierte sie auswärts erst ihre beiden einzigen Niederlagen. Daheim blieb die Mannschaft in allen Spielen siegreich.

Dass wir in den letzten Spieljahren vom Losglück im Volkssportpokal regelrecht verfolgt wurden, kann man ja nun auch nicht sagen (zweimal hintereinander zogen wir gegen den 1.FC Lok in der ersten Runde den Kürzeren). Dass es hier noch Steigerungspotential gibt, zeigte nun die Auslosung der diesjährigen 1.Runde: TSV 1886 Markkleeberg stand auf unserem gegnerischen Los. Das dies eine Herkulesaufgabe für uns sein wird, war sicher jedem von unserer Mannschaft klar. Dennoch wollten wir uns entsprechend gut verkaufen und auf keinen Fall ein Debakel zulassen.

13 Mann waren dann am Montagabend auf dem Sportplatz an der Möncherei angetreten und dass sah ja schon einmal gut aus. Was nicht so gut aussah, waren die Wetterbedingungen. Nach wochenlanger Hitze und tropischer Temperaturen, denen wir uns schon in der Rückrunde der letzten Saison ausgesetzt sahen, regnete es diesmal ohne Unterlass, aber bei angenehmen Wärmegraden. Unsere Aufstellung konnte sich eigentlich sehen lassen. Franz, der am Freitag beim Spiel gegen die Spielvereinigung leider gefehlt hatte, nahm wieder den Platz in unserem Kasten ein. Da Michael D. die Gastrolle auf der Tribüne verletzungsbedingt in der Hinrunde noch ausfüllen muss, stand Raphael wieder die Position des letzten Mannes zu, die er ja schon am Ende der letzten Saison mit guten Noten ausgeübt hatte. Ihm zur Seite diesmal Tino auf links und der seinen Einstand bei uns gebende Paul auf rechts. Davor auf der Sechser Position Christian Sch. und Marcus, die das Mittelfeld mit Jonas, Stefan, Christian B. und Maik vor sich sahen. Vorn sollte vorerst David allein für Gefahr sorgen und die Abwehr unserer Gastgeber beschäftigen.

Markkleeberg kam, wie erwartet, besser aus den Startlöchern und sorgte bereits in den Anfangsminuten für Alarm in unserer Hälfte. Die langjährige Eingespieltheit dieser Truppe war von Anfang an in jeder Spielsituation zu sehen. Wir versuchten möglichst weit vor unserem Strafraum deren Spielzüge so gut wie möglich einzudämmen und zu stören. Dazu war höchste Konzentration in allen Mannschaftsteilen nötig, da der Gegner das Spiel sehr in die Breite zog und jeden Meter des Platzes zu Kombinationen nutzte. Nach 4 Minuten war unser Plan nur noch Makulatur und nach 7 Minuten im Eimer. Denn da war der Ball schon zweimal in unserem Netz. Eine Eingabe von rechts in den Strafraum bekam unsere Abwehr nicht unter Kontrolle. Ein Markkleeberger nahm sich des Balles an, umkurvte drei unserer Abwehrspieler ohne konsequent gestört zu werden und hatte leichtes Spiel im Anschluss das Leder an Franz vorbei ins Tor zu befördern. Dem zweiten Tor ging ein Pass auf einen völlig frei stehenden Spieler der Gastgeber, welcher sich auf der rechten Seite angeboten hatte, voraus. Der fackelte nicht lange und zog eine messerscharfe hohe Flanke in unseren Sechzehner. Franz lag waagerecht in der Luft, doch er erreichte den Ball nicht mehr. Paul, der hinter ihm noch den Ball wegschlagen wollte, bekam ihn auch nicht zu fassen. Da blieb nur noch sein gegnerischer Spieler übrig, für den der Ball genau getimt war. Annahme, Schuss und Tor waren fast eins. Franz war ohne Chance. Der Ball schlug hinter ihm ein. Nun waren wir in der Situation, die keiner von uns haben wollte. Es sah nicht gut aus für unser Team. Doch wir überstanden die nächsten 10 Minuten unbeschadet, da der Gegner merklich das Tempo herausnahm und seine Aktionen nun nicht mehr so konzentriert an unseren Strafraum herantrug. Natürlich versuchten auch wir mit einigen schnellen Aktionen in des Gegners Hälfte einzudringen und David zog immer wieder bei Ballbesitz an den Ketten, auch wenn die Abwehr sie sehr kurz hielt und ihm nicht viel Bewegungsfreiheit gelassen wurde. In der 19. Minute hatten wir aber dann doch einen lichten Moment. David wurde vor der Mittellinie, noch in unserer Hälfte, angespielt. Er das Leder annehmend und den auf links sich völlig frei anbietenden Stefan sehend, war eins. Der Pass kam genau in seinen Lauf. Stefan lief in den Strafraum ein und bevor der herausstürzende Torwart noch irgendeine Bewegung machen konnte, hob er den Ball über ihn hinweg ins Gehäuse. Der Rettungsversuch eines Markkleebergers kam zu spät. Da war der Anschluss, den bis dahin keiner für möglich gehalten hatte. Nun sollte es aber auch so weiter gehen. Leider war das nur ein Wunschdenken. Im Bemühen, mit dem Gegner mitspielen zu wollen, unterliefen uns immer wieder zu viele Stockfehler. Fehlpässe, zu hohe oder zu scharfe Anspiele auf den nächsten Mann, hektische Doppelpassversuche, die sofort beim Gegner landeten, usw.. Statt ruhiges konzentriertes Aufbauspiel nach Ballgewinn in unserer Hälfte, wurden weite unkontrollierbare Pässe gespielt, die kein sich im Angriff befindlicher Spieler unter Kontrolle bringen konnte. In so einen Pass liefen in der 26. Minute die Markkleeberger und konnten erst 20 Meter vor unserem Strafraum per Foul gestoppt werden. Der Freistoß wurde aus halblinker Position ausgeführt und zog sehr scharf über unsere gestellte Abwehrmauer. Franz streckte sich und konnte den Ball mit beiden Händen nach oben fausten. Dieser kam aber wie ein Stein senkrecht vor dem Fünfmeterraum herunter. Da alle Verteidiger, die sich im Strafraum aufhielten, in eine irgendwie seltsame Starre verfallen waren, war es dem ersten Stürmer der Gastgeber vorbehalten, den Ball mit dem Kopf über den sich vergeblich streckenden Franz ins Tor zu befördern. Da sah von draußen alles schon ziemlich kopflos aus. Der einzige, der einem wirklich leidtun konnte, war unser Torwart. Weitere Aktionen des Gegners, der immer wieder das Spiel an unseren Strafraum suchte, um dann den Ball abtropfend an die einlaufenden Mitspieler zu verteilen, konnten unter Aufbietung aller Abwehrkräfte verhindert werden. Der Halbzeitpfiff erlöste uns. Heiko wechselte vorerst noch nicht. Aufmunternde Worte machten die Runde. Äußerste Konzentration, vor allen Dingen bei diesen Platzverhältnissen, die von Minute zu Minute schlechter wurden, war weiterhin gefragt. Das Spiel hatte zunächst wenige Höhepunkte, der alte Abstand war ja wieder hergestellt. Da bekamen wir, nach einem Foulspiel an David, auf der rechten Seite einen Freistoß zugesprochen. David legte sich das Leder hin und schlug den Ball in Richtung Elfmeterpunkt. Dort stieg der nach vorn geeilte Raphael am höchsten und verfehlte das Tor mit einem wuchtigen Kopfstoß nur um wenige Zentimeter. Der Ball strich über die Latte. Das sollte für lange Zeit die letzte verwertbare Chance für unsere Farben gewesen sein. Bei Markkleeberg lief zwar auch nicht alles zusammen, aber immerhin konnten sie von unseren Fehlern profitieren. In der 42. Minute war ein Richtung Seitenaus geschossener Ball für den TSV eigentlich schon nicht mehr erreichbar. Von unseren Abwehrspielern setzte keiner nach, so rannte denn doch ein Spieler der Gastgeber hinterher und holte den Ball noch vor der Auslinie. Er setzte seinen Weg Richtung WSG-Tor fort und schoss, ohne bedrängt zu werden, auf unser Tor. Raphael, der nach hinten laufend, die kurze Ecke absichern wollte, säbelte über den nassen Ball und der hinter ihm einlaufende Stürmer netzte zum 4:1 ein. Denn Franz, der auf Raphael gesetzt hatte, konnte auch nicht mehr eingreifen. Es erfolgte kurz danach ein Wechsel. Tino, der ständig seinem aggressiven Gegenspieler soweit wie möglich gefolgt war und fast auf der Felge lief, wurde zugunsten von Michael Kr. ausgewechselt. Der ging jetzt mit in den Sturm auf links, um vielleicht doch noch einen erfolgversprechenden Konter zu fahren. Allein, da war der Wunsch, der Vater des Gedanken. Bis auf eine Situation, in der er in die Nähe des TSV-Strafraumes kam und einige Spieler beschäftigte, war von ihm auch nicht viel im Angriff zu sehen. So wie von den meisten, die jetzt nur noch mit Abwehr-und Zerstörungsmaßnahmen in unserer Hälfte zu tun hatten. Vernünftige Angriffsbemühungen unsererseits wurden immer mehr zur Mangelware und wer vorn stand, war auf verlorenem Posten.

Stefan, der sich immer mal wieder in den Angriff mit einschaltete, wurde genauso wie David von der Markkleeberger Abwehr abgekocht. Diese wiederum schaltete schnell um und brachte uns jetzt immer mehr in Verlegenheit. In der 52.Minute war unsere Abwehr sehr weit aufgerückt, um den Gegner ins Abseits laufen zu lassen. Allein der Versuch misslang und ein TSV´er zog allein auf unser Gehäuse los, umkurvte den herausstürzenden Franz und schoss zum Endstand ein. Denn dass Christian Sch. noch eine gelbe Karte erhielt und Rene für Christian B. eingewechselt wurde, dem sie heute wahrscheinlich einen gebrauchten Tag angedreht hatten, hatte nur noch statistischen Charakter. Bester Mann in unserem Team war heute Franz. Trotz, dass er einige Male von seiner Abwehr tüchtig im Stich gelassen wurde, hielt er das Ergebnis mit seinen Paraden noch in für uns angenehmen Grenzen.

Das der TSV 1886 Markkleeberg für uns kein Maßstab ist, war uns schon vor dem Spiel klar. Das Fazit nach dem Spiel: Die süßen Trauben hängen auch in diesem Jahr wieder sehr hoch in der Möncherei. Und sicher nicht nur für uns.

Uwe Krost