Startseite  Spielberichte  Saison 2014/15  30.09.2014   Punktspiel

Glück auf 74 gegen WSG Mitte (Punktspiel)

Zum Spiel erschienen;

Michael D., Michael Kr., Mathias, Christian, Jonas, Stefan, Steve, Marcus und Mario

Verantwortliche:

Thomas, Uwe

 

Die Start-NEUN!

Tor: Jonas

Abwehr: Christian, Mathias, Mario

Mittelfeld: Marcus, Michael D., Stefan, Steve

Sturm: Michael Kr.

Wechselspieler: keine

 

Zuschauer: 20

 

Kurzbericht:

55. Minute: 1:0

60. Minute: TOOOR !!! 1 : 1 Mathias

69. Minute: Gelb für Glück Auf

 

Moral gezeigt - Erkämpfter Punkt in Unterzahl

Das Aufgebot unserer Mannschaft schwankt in den letzten Wochen ständig, was sich aber nicht immer auf das Endergebnis der jeweiligen Spiele ausgewirkt hat.

Als wir vor zwei Wochen in Unterzahl (10 Mann) drei Punkte vom Goethesteig beim Roten Stern entführten, da war die Stimmung bzgl. des erzielten Ergebnisses in unserem Team sehr gut. Am letzten Freitag beim Spiel gegen Lausen waren wir zwar mit zwei Ersatzspielern angetreten, konnten aber der besseren Spielanlage und des Engagements unserer Gäste nicht die nötige Gegenwehr entgegenbringen. Nun sollten wir uns eigentlich die entgangenen Punkte beim Tabellenletzten Glückauf 74 holen, die in dieser Saison bis auf einen Sieg kein Bein auf den Boden gebracht und sich eine Schlappe nach der anderen geholt hatten. Ein typischer Fall von Denkste. Man muss das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist. Denn Erstens kommt es anders als man meistens Zweitens denkt. Das wusste schon Juliane Werding in einem Schlager aus den verblichenen 70 ´er Jahren zu berichten. Beim Anblick auf die sich in unserer Kabine versammelten Rest-WSG ´er war jeder Hoffnungsfunke auf ein standesgemäßes Ergebnis ausgelöscht. Das Durchzählen ergab genau 8 Feldspieler und ein Torwart. Diverse Verletzungsausfälle in den letzen Wochen, Tagen und Stunden hatten uns unserer, in den letzten Spielen gut aufgetretenen, besten Männer beraubt. Woldemar, David und Raphael - Ausfall. Dazu fehlte noch Michael Kl. in der Abwehr. Andere Gelegenheitsspieler und Langzeitausfälle gar nicht mehr hinzugerechnet. So mussten wir wieder einmal improvisieren und die Angriffs- in eine Abwehrtaktik umstellen. Und das, wie oben erwähnt, beim Letzten der Tabelle. Jonas stand im Tor. Matthias organisierte die Abwehr mit Christian und Mario. Micha D. davor und im weiteren Mittelfeld Marcus, Steve, Stefan. Michael Kr. hatte die Ehre uns möglichst weit vorn zu vertreten. Der Gegner konnte dagegen aus dem Vollen schöpfen und vier Ersatzspieler lauerten auf ihre Einsatzchance.

Wir begannen das Spiel aus einer kontrollierten Abwehr und bemühten uns die Bälle direkt auf die sich anbietenden Spieler zu passen um von Anfang an Kraft zu sparen. Das sah zum Teil nicht schlecht aus, aber vor dem Strafraum kamen wir zu selten zu abschlussreifen Situationen. Glückauf versuchte aus der numerischen Überlegenheit heraus uns zu beeindrucken, aber die bescheidenen taktischen und technischen Mittel ließen sie meistens an sich selbst scheitern. Eine gewisse Feldüberlegenheit, die sich zwangsläufig im Laufe des Spiels ergab, konnten sie nicht in Zählbares ummünzen. Kamen sie in Schusspositionen, wurde diese überhastet und ohne das nötige Zielwasser abgeschlossen. Unsere Abwehr stand und nur in einer Situation sah sich Jonas dem gegnerischen Angreifer allein gegenüber, konnte aber den aufs Tor geschossenen Ball halten.

Leider waren aber auch wir nicht in der Lage den 74 ´ern ernsthafte Probleme zu bereiten. Ein Schuss von Stefan aus ca. 20 Metern am Ende der ersten Halbzeit, der knapp das Tor verfehlte, war eigentlich die gefährlichste Aktion unserer Mannschaft. Einzelne Angriffe, meist über rechts vorgetragen, fanden nicht die Beine von Michael Kr., der sich vorne allein mühte die Abwehr des Gegners zu beschäftigen. Diese stand recht gut und der Torwart musste kaum eingreifen. Ansonsten passierte in diesem müden Kick nicht viel Nennenswertes. Die Halbzeit kam und wir waren uns einig, dass bei den immer mehr schwindenden Kräften nur eines zählen musste. Weiter gut verkaufen und hinten die Null halten. Alle hatten bisher gut gekämpft und mit Einsatz das Loch der zwei fehlenden Spieler gestopft.

Glückauf hatte aber andere Pläne. Sie waren sicher nicht zufrieden mit dem Halbzeitresultat von 0:0, da sie ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht mit einer Führung im Rücken veredelt hatten. Sie sahen nun die Gelegenheit gekommen uns durch ständiges Bringen von neuen Kräften niederzuringen. Der Druck, vor allen Dingen über unsere linke Seite, nahm zu und wir hatten mächtig zu tun im Revier. Die Führung lag in der Luft, aber wir konnten die nicht gerade an der Schnur vorgetragenen Angriffe immer wieder unterbinden. Bis zur 43. Minute. Da tankte sich ein 74´er über rechts auf Höhe unseres Strafraumes durch und konnte aufgrund nicht energisch genug geführter Abwehrversuche nicht daran gehindert werden, den Ball bis zur Mitte zu führen. Dort nutzte ebenfalls ein weiterer Angreifer den Blackout unserer gesamten Abwehr und schlug den Ball halbhoch zur Führung in unser Netz. Jonas war chancenlos. Ärgerlicher Rückstand, der in unserer Situation ja möglichst vermieden werden sollte. Konnte unser Rumpfteam nochmals zurückkommen? Sie konnten es. Christian rief der Mannschaft Mut zu und sie kamen zurück. Der nach dem Wiederanstoss verlorene Ball wurde in unserer Hälfte zurückerkämpft und Michael Kr. mit einem wunderbaren Pass aus der Abwehr heraus in Szene gesetzt. Der versetzte einen Gegenspieler und sah rechts den mitgelaufenen Marcus. Marcus, der an unserem Gegentor nicht ganz unbeteiligt war, sah jetzt seine große Chance gekommen und spielte den gut getimten Ball rechts am herausstürzenden Keeper von Glückauf ins Tor. Dachten wir. Doch wie so oft in diesem Spieljahr hatten wir uns zu früh gefreut. Der Pfosten hatte wieder einmal etwas dagegen und verhinderte den sofortigen Ausgleich. Kurz geschüttelt und weiter geht’s. Eine Minute später Foul und Freistoss für uns ca. 20 Meter halb rechts vor dem Kasten der 74´er. Matthias legt sich den Ball zurecht und schlägt ihn über die Mauer auf das Tor. Der Torwart hat ihn – der Torwart hat ihn nicht. Denn der Ball sprang dem unglücklichen Keeper über die fangbereiten Hände ins Tor. Wen juckt´s? Uns bestimmt nicht, denn wir hatten relativ schnell den Ausgangszustand wieder hergestellt. Marcus brauchte sich nun auch nicht mehr über die vergebene Chance zu ärgern. Denn beide Situationen wären wohl gleichzeitig nicht entstanden. Glückauf war nun noch mehr angestachelt. Sie sahen ihre Felle (sprich Sieg) davon schwimmen und kämpften noch verbissener um die drei Punkte. Wir versuchten jetzt wieder ruhiger zu agieren, aber die ständig schwindenden Kräfte machten es nicht einfacher. Da war es an der Zeit, dass uns auch einmal der Gott des Aluminiums half. Ein schöner unbedrängter Schuss von der 16-Meter-Linie knallte unter Fingerspitzenmithilfe von Jonas an unser oberstes Tormetall. Puh!!!

Kein Glück für Glückauf ? Doch. Denn wie anders soll man es bezeichnen, wenn nach einer Abwehraktion mit eindeutig gewonnenem Ball der Schiri auf den Punkt zeigt. Steve, der diesen Zweikampf im Strafraum zu seinem Vorteil führte und der Ball im „Seitenaus“ landete, verstand die Fußballwelt nicht mehr. Nicht einmal Glückauf hatte den Elfer gefordert. Sollte unser Kampf unbelohnt bleiben? Der Schiri nahm dennoch seine Entscheidung nach unseren Protesten nicht zurück und ein 74´er legte sich den Ball zurecht. Aber es soll noch Gerechtigkeit auf Erden geben. Der in Rückenlage abgegebene Schuss ging über das Tor. Die nicht genutzten Chancen brachten unseren Gastgeber auf und neben dem Rasen fast zur Weißglut. Sie stürzten sie sich unkoordiniert und planlos weiter auf unser Tor. Wir konnten dadurch ihr Spiel immer wieder durch höchsten Einsatz unterbinden. Nach vorn setzten wir jedoch kaum noch Akzente. Steve kämpfte am Ende um jeden Ball und musste sich noch diverser Attacken der Gegner erwähren, die ihn zu provozieren versuchten. Christian lief schon geraume Zeit auf der Felge und auch alle anderen sehnten den Schlusspfiff herbei, der dann auch überpünktlich kam. Alle Beteiligten auf unserer Seite waren sich einig. Wir hatten einen Punkt für unsere Moral geholt. Keiner hatte sich in Unterzahl hängen lassen und alle hatten bis zum Schlusspfiff gekämpft. Auch dafür ein Kompliment.

Uwe Krost