Startseite  Spielberichte  Saison 2014/15  12.09.2014   Pokaltspiel

WSG Mitte gegen Lok (Pokalspiel)

Zum Spiel erschienen;

David, Heiko, Mathias, Woldemar, Michael D., Michael Kr., Marcus, Michael Kl., Tony, Christian Sch. und Jonas

Verantwortliche und Mitglieder:

Rainer, Uwe, Raphael, Stefan

 

Die Start-Elf

Tor: Heiko (Bild-Note 6)

Abwehr: Christian, Mathias, Michael D., Michael K.

Mittelfeld: Jonas, Michael Kr., David, Marcus, Tony

Sturm: Woldemar

Wechselspieler:

 

Zuschauer: 8

 

Kurzbericht:

20. Minute: Gelb für Lok

29. Minute: Gelb für Lok

35. Minute: 0 : 1

41. Minute: 0 : 2

46. Minute: 0 : 3

54. Minute: 0 : 4

57. Minute: 0 : 5

64. Minute: Gelb für Woldemar

64. Minute: TOOOR !!! 1 : 5 Mathias

 

Entscheidung durch Standards

Die Losfee, oder wer auch immer, hatte für uns wieder einmal das „Traumlos“ 1.FC Lok in der ersten Runde des Volkssportpokals gezogen. Die Beteiligten auf unserer Seite, die das Aufeinandertreffen vor etwa einem Jahr noch in schmerzlicher Erinnerung hatten, sahen die damals erhaltenen 10 Treffer gegen uns (in Unterzahl) noch am geistigen Auge vorüberziehen. Die Mannschaft hatte sich natürlich vorgenommen, so eine Niederlage nicht wieder zuzulassen, aber auf Revanche zu hoffen, wäre doch, angesichts der Konstellation Kreisklasse gegen Stadtliga, etwas zu vermessen gewesen. Wir wollten ein gutes Spiel machen und wenn möglich, die nicht auszuschließende Niederlage nicht ganz so hoch ausfallen zu lassen.

Um dieses Vorhaben in die Tat umsetzen zu wollen, mussten wir eine schlagkräftige Truppe aufbieten. Doch was stellten wir in der Kabine vor Spielbeginn fest. 11 Mann waren wir, aber unsere kreative Mittelfeldachse wurde durch den kurzfristigen Ausfall von Stefan (Rücken) und Raphael (Leiste) arg geschwächt. Dazu kam das Fehlen von Steve, Mario, Tino und Maik. So mussten wieder Andere versuchen die Lücken zu schließen. Micha Kr. war nach längerer Abwesenheit wieder da und machte sein 1. Saisonspiel. Jonas musste Torwart- mit Spielertrikot tauschen und zum ersten Mal in seinem Leben die Welt außerhalb des 16-Meterraumes kennen lernen Er übernahm die rechte Mittelfeldbahn (die er übrigens gut bewältigte). Dafür ging Heiko wieder einmal in die Kiste, die heute eigentlich keine Schießbude werden sollte.

Gott sei Dank stand wenigstens die Abwehr, die mit Matthias wieder den ruhenden Pool in seiner Mitte hatte und mit Micha D., nach seinem verdienten Urlaub, den Staubsauger davor.

Vorne konnte sowieso nur der liebe Gott oder Woldemar helfen.

So war die Konstellation vor Anpfiff auf unserer Seite. Beim Warmmachen stellten wir jedoch fest, dass unser heutiger Gegner nur 10 Mann aufs Feld schicken würde, denn mehr Spieler konnten wir nicht zählen. Da auch keiner dazukam gingen beide Teams so in das Spiel. Bereits nach 5 gespielten Minuten mussten sich die Anhänger, so sie von unserer Mannschaft waren, ganz gewaltig die Augen reiben. Die WSG hatte von Anfang an die Initiative über das Spiel ergriffen und drückte LOK regelrecht in die eigene Hälfte. Da die gegnerische Abwehr sich sehr weit zurückfallen ließ, zog sich das Mittelfeld ebenfalls zurück und wir hatten enorme Feldvorteile. Und die ersten Chancen sollten folgen. Woldemar zog mehrmals aus 20/ 25 Metern ab. Allein der gute Torwart verhinderte Ärgeres. Einen phantastischen Schuss, der uns schon zum Jubeln ansetzen ließ, holte er mit einem Übergriff noch aus dem bedrohten Angel im Hechtflug heraus. Der hätte es verdient gehabt, aber unsere Angriffe gingen weiter. Hauptsächlich über unsere rechte Seite wurden immer wieder gefährliche Angriffe inszeniert. David, im Doppelpass mit Jonas, wurde auf rechts Außen frei gespielt. Die Flanke verpasste Woldemar, der schon im 5-Meterraum stand. Wieder ein Zug auf rechts, kurz danach. Jonas bediente Marcus, der am Strafraumeck eingelaufen war. Marcus gewann einen Pressschlag mit dem Außenverteidiger, der danach nur noch den Rücken von ihm sah.

Uneigennützig zog Marcus den Ball nach Eindringen in den Strafraum zurück auf den 11-Meterpunkt. Aber leider fand sich da keiner aus unserer Mannschaft. Wieder war es kurze Zeit später Woldemar, der einen genialen Pass aus dem Mittelfeld aufnahm und nur von seinem Gegenspieler auf Kosten einer gelben Karte in der 20. Minute am Sololauf auf das LOK-Tor gehindert wurde, in dem er die Haltbarkeit seiner neuen Hose testete. Ja, Woldemar wollte es heute wissen. Er war heiß wie eine Plätte und das zeigte er auch in der 29. Minute. Wieder ein gelungener Pass aus dem Mittelfeld auf ihn in halblinker Position. Woldemar jagte dem Ball hinterher, seinen Gegenspieler weit hinter sich lassend. Der in jeder Situation gut mitspielende Torwart erkannte die bedrohliche Situation und rannte ihm entgegen. Kurz nach verlassen seines Strafraumes kam es zum Crash, wobei Woldemar mehr mit dem Schrecken davonkam und sich sicherheitshalber selbst in die Horizontale begab. Die angesetzte Krätsche vom Lok-Keeper war dem Schiri leider nur eine gelbe Karte wert, da sich seiner Meinung nach noch weitere Spieler in der Nähe aufhielten. Die Meinung hatte er aber exklusiv. Der folgende Freistoss brachte nichts ein.

Da bisher noch keine Aktion des 1.FC LOK geschildert wurde, liegt daran – es gab schlichtweg kaum erwähnenswerte. Gelegentliche Konter endeten in unserer gut gestaffelten Abwehr bzw. versandeten im Aus. Man war wirklich überrascht, dass eine in den letzten Jahren so starke Mannschaft (selbst in Unterzahl) kein Mittel fand, um uns zu beeindrucken. Heiko hatte lediglich eine brenzlige Situation zu überstehen, als Christian eine Flanke von rechts in Richtung unseres Tores abwehrte und der Ball knapp an unserem linken Pfosten vorbeirauschte. Die Halbzeit näherte sich und wir konnten mit dem Spiel unserer Mannschaft zufrieden sein, wenn auch nicht ganz mit dem Ergebnis. Denn die Belohnung für unser engagiertes Spiel stand noch aus. Die sollte uns ereilen, aber in negativer Form. Der Schiri hatte auf LOK – Seite bereits zwei gelbe Karten wegen Foulspiel verteilt. Da wollten wir irgendwie mithalten. Leider verwechselten einige Spieler auf unserer Seite, Frust mit Ruhe bewahren und den Punkt in die Halbzeit nehmen und es häuften sich Nicklichkeiten und verbale Auseinandersetzungen. Der Kulminationspunkt wurde in der letzten Minute vor unserem Strafraum erreicht. David musste bei einem Angriff des Gegners einmal „ordentlich zur Sache gehen“ und foulte den in der vordersten Linie kämpfenden Stürmer der Probstheidaer auf unserer halblinken Seite ca. 20 Meter vor unserem Tor. Heiko stellte die Mauer um die kurze Ecke zuzumachen und sich selbst in die Mitte des Tores. Nun zeigte sich mal wieder, wer Freistösse schießen kann und wer nicht. Nachdem wir in der ersten Halbzeit rund ein halbes Duzend nicht verwerten konnten und nur einer, von David getreten, das Tor und den Torwart erreicht hatte, schlug dieser wunderbar über unsere Mauer gezogen im hinteren langen Eck unserer Kiste ein. Heiko war chancenlos, da die Ecke völlig verwaist war. Anpfiff-Abpfiff. Wir hatten in dieser ersten Hälfte trotz fehlender Stammkräfte eines unserer besten Spiele, gemessen am Gegner, in dieser Saison gemacht und standen doch mit leeren Händen da. Nun viel Kritik bot sich nicht an, denn Kampf und Einsatz stimmten. Nur vorne fehlte das letzte Quäntchen Glück . Mit der Gewissheit, dass auch für uns heute, an diesem tristen grauen Septembertag, noch einmal die Sonne in Form eines Tores scheinen würde, gingen wir in die zweite Hälfte. Wir mussten aber sofort erkennen, dass die Blau-Gelben ihr Spiel etwas umgestellt hatten und uns jetzt weiter vorn im Spielaufbau stören wollten. Sicher waren auch sie überrascht über unsere energische Spielweise und wollten das Spiel jetzt weiter weg von ihrem Strafraum halten. Leider mussten wir jetzt immer mehr unserem Tempo, das teilweise für unsere Verhältnisse schon hoch war, Tribut zollen. Tony, in der ersten Hälfte ein ständiger offensiver Antreiber, hatte Konti-Probleme. Marcus, der sich mit einer alten Verletzung schon länger herumschlägt, bekam diese in der zweiten Halbzeit wieder zu spüren. Und auch alle Anderen wirkten nicht mehr so frisch. LOK jedoch sah jetzt seine Chance. Dadurch, dass sie uns in der ersten Hälfte aufgrund ihrer Personalsituation das Spiel machen ließen, waren noch Reserven vorhanden. Und die spielten sie jetzt gnadenlos aus. Natürlich auch unter Mithilfe von unserer Mannschaft. Bei dem Versuch einen gegnerischen Angriff zu unterbinden, sprang Marcus der Ball ca. 20 Meter in relativ zentraler Position an den Oberarm. Eine ähnliche Situation im Strafraum von LOK in der 1.Halbzeit hatte der Schiri nicht geahndet. Jetzt pfiff er. Den Freistoss zog der Schütze mit trockenem Flachschuss an unserer Mauer vorbei. Heiko machte sich lang, doch der Ball setzte vor ihm noch einmal auf und sprang über seine gestreckten Arme ins Tor. Da waren 41 Minuten gespielt. Das Spiel lief weitere 5 Minuten. Wieder ein unnötiges Foul von David, kurz hinter der Mittellinie. Diesmal wurde der Ball hoch in unseren Strafraum geschlagen. Zwei Spieler von LOK laufen hinter unserer Abwehr im richtigen Moment ein und einer schlägt den Ball unbehelligt über die Linie. Drei Standards – drei Tore. Was soll man da sagen. Natürlich war jetzt das Spiel entschieden, auch wenn Christian unsere Männer noch einmal zum Kampf lautstark aufforderte. Alleine der Geist war vielleicht noch willig, jedoch das Fleisch wurde immer schwächer. LOK ließ uns nun wieder etwas Luft, aber auch diese 8 Minuten bis zum nächsten Gegentor, in denen wir wieder versuchten, mit letzter Gewalt noch einmal an den Ketten zu ziehen, brachte nicht viel ein. David versuchte seinen Frust mit Einzelaktionen am linken Strafraumeck des Gegners im Kampf mit zwei bis drei Abwehrspielern loszuwerden, aber mehr als eine kurze Beschäftigung dieser Männer und damit ein Durchatmen unserer Abwehr war nicht drin. Woldemar fehlten jetzt die nicht mehr nachrückenden Mittelfeldspieler und er musste es wohl oder übel auf eigene Faust versuchen. Allein sein Gegenspieler hatte aus den ersten 35 Minuten gelernt und ihn jetzt wahrscheinlich bis aufs Klo verfolgt. So ereilte uns nach 54 Minuten ein Konter der mit zwei Spielzügen zum 0:4 folgte. Micha Kl. der sich beim Sprintduell mit seinem Gegenspieler fast die Lunge heraus gerannt hatte, musste leider mit ansehen, wie dieser den genialen Pass seines Mitspielers aus der eigenen Hälfte, vor ihm mit der Spitze erreichen konnte und dem aus seinem Kasten herausstürtzenden Heiko keine Chance ließ. Und um dem noch die Krone aufzusetzen, knallte 3 Minuten später ein Fernschuss an unseren linken Pfosten. Glück gehabt. Denkste. Der abgeprallte Ball spielte Billard mit Heiko, in dem die Pille von ihm ins Tor ging. Heiko konnte nur noch abwinken. Es sollte heute einfach nicht sein. Das mussten wir auch im weiteren Spielverlauf erkennen. Ein wunderschöner Angriffszug aus der Abwehr heraus erfolgte auf Michael Kr.. Dieser sah rechts von ihm Woldemar starten. Annehmen und ablegen war eins und Woldemar zog Richtung Tor. Leider hatte die LOK-Abwehr auch phantastisch reagiert und konnte unserem Stürmer noch den Ball im Moment des Schussversuches abkrätschen. Doch bei all den Pleiten, Pech und Pannen sollte auch unsere Minute noch kommen. Das Ehrentor nahte. Woldemar, der sich wie immer nie aufgab, erkämpfte sich einen Ball auf unserer rechten Angriffsseite und spielte seinen Gegner aus. Beim Eindringen in den Strafraum wurde er gefoult und es gab den fälligen Elfer. Matthias legte sich den Ball zurecht und verwandelte ins linke obere Eck. Der Torwart konnte noch die Hände an den Ball bringen, aber es reichte nicht mehr. Die Ehre war gerettet. Für die Statistik. Woldemar erhielt noch eine gelbe Karte wegen Meckern, da er diese für seinen Gegenspieler gefordert hatte, der ihn bei diesem Foul verletzt hatte. Er ließ sich noch schnell behandeln und wir wollten ihn für die restlichen Minuten schonen. Aber nicht mit Woldemar. Kaum wirkte das Eisspray, meldete er sich schon wieder beim Schiri an. Die restlichen Minuten bis zum Abpfiff aber passierte nun nicht mehr viel Erwähnenswertes und das Endergebnis viel aus unserer Sicht leider viel zu hoch aus. Aber hoch erhobenen Hauptes verließen wir das Spielfeld. Wir hatten dem Favoriten zumindest in der 1. Hälfte Paroli geboten und uns sehr gut präsentiert. Allein die Standards sollten heute die Entscheidung gegen uns bringen.

Uwe Krost