Startseite  Spielberichte  Saison 2013/14  09.05.2014   Punktspiel

WSG Mitte gegen SV Energetik

Zum Spiel erschienen;

Christian Sch., Jonas, Michael D., Michael Kl., Tino, David, Steve, Maik, Raphael, Chris, Christian B., Marcus, Michael G., Michael Kr., Woldemar, Mathias und Stefan

Trainer und Verantwortliche;

Uwe, Heiko und Rainer

 

Die Start-Elf

Tor: Jonas

Abwehr: Christian Sch., Mathias, Michael Kl.

Mittelfeld: Michael Kr., Marcus, Michael D., Raphael, Maik

Sturm: Stefan, David

Wechselspieler: Chris, Tino, Steve, Woldemar, Michael G.

 

Zuschauer: 23

 

Kurzbericht:

03. Minute: TOOOR ! 1 : 0 Stafan

04. Minute: Wechsel - Steve für Maik

20. Minute: Wechsel - Woldemar für Steve

30. Minute: 1 : 1

42. Minute: Wechsel - Tino für Michael Kr.

56. Minute: 1 : 2

61. Minute: Wechsel - Chris für Raphael

68. Minute: TOOOR ! 2 : 2 Stefan (HE)

 

Mit einem blauen Auge noch mal davon gekommen

Erfolg macht sexy. Dieser neudeutsche Begriff mit dem man in Leipziger Gazetten in letzter Zeit ständig konfrontiert wird, so dass man ständig den Eindruck bekommt, dass die Zeitung vor übertriebener Euphorie nicht mehr zugeht, scheint sich auch auf die WSG Leipzig – Mitte zu übertragen. Zumindest schien es, was die Zuschauerresonanz betraf, zuzutreffen. Cracks aus vergangenen WSG-Zeiten gaben sich die obligatorische Klinke in die Hand. Jan , Siggi und Erich wollten sich mal wieder ein gutes Spiel unseres Teams anschauen und warteten gespannt auf das was folgen sollte. Unser Team war gut aufgestellt. Wann konnten wir in der letzten Zeit schon einmal mit 16 spielfähigen Mannen ein Spiel beginnen.

Da sich Micha G. nach längerer Verletzungspause noch nicht so richtig wohl fühlte, wurde er aus dem Kader noch genommen und beobachtete mit den zahlreichen Zuschauern das Match.

Der Gegner lief auch mit voller Kapelle auf und so begann das Spiel mit Feuerwehrtempo aus unseren Reihen. Und das was uns in den letzten Spielen in Holzhausen und gegen Glückauf 74 nicht gelungen war, klappte nach 3 Minuten Spielzeit. Ein Pass von David erfolgte aus unserer Hälfte auf den rechts durchstartenden Stefan. Der lief seinem Gegenspieler davon, drang in den Strafraum ein und schoss den Ball am herausstürtzenden Keeper links vorbei ins lange Eck zur 1:0 – Führung für unsere Farben. Einen besseren Start konnten wir uns nicht wünschen und man merkte in der nächsten Viertelstunde, dass die Energetiker vorerst von unserem ständigen Forechecking-Spiel beeindruckt waren. Leider machten wir aus diesem Vorteil keine weiteren „Big-Points“. Beste Chancen von Stefan, der sich auf der linken Seite souverän durchsetzte, aber den Ball am Tor vorbeischlenzte und David, der auf dem rechten Flügel seinem Gegenspieler davoneilte, aber voreilig den Abschluss suchte, der dann weit rechts am Tor vorbeiging, wurden leichtfertig versiebt. Und so kam, was kommen musste. Der Gegner schüttelte sich und begann nun seinerseits unser Spiel intensiver zu stören und das gelang ihm im weiteren Verlauf des Spieles immer besser. Natürlich muss man noch anmerken , dass unmittelbar nach unserer Führung Maik nicht mehr weiterspielen konnte, da er sich bereits beim Aufwärmen eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, die jetzt richtig zum Ausbruch kam. Steve kam für ihn und blieb genau 16 Minuten auf dem Platz. Da hatte es ihn im Hüftbereich erwischt und auch er musste wieder auf die Bank. Nun war die Zeit für unseren letzten Neuzugang Woldemar gekommen. Ein, mit Vorausblick auf das Spiel, gelungener Einstand. Bei diesen häufigen Wechseln konnte natürlich kein ordentlicher Spielfluss zustande kommen und Energetik nahm jetzt immer mehr das Heft des Handelns in die Hand. Nach einigen Einbruchsversuchen in unseren Strafraum, die immer wieder mit letztem Einsatz durch unsere Deckung vereitelt werden konnten, schlug es in der 30 Minute in unserem Kasten ein. Eine kurze Ecke konnte unbedrängt durch unsere Abwehr in unser Zentrum geschlagen werden. Micha Kl. löste die kurze Ecke auf um dem Ball entgegenzulaufen, ein gegnerischer Spieler schraubte sich hoch und erwischte vor Micha D. die Flanke und platzierte mit dem Kopf den Ball in unser bis dahin von Jonas ohne Schwierigkeiten gehütetes Tor. Alle Zuschauer waren sich klar, das es ein verdienter Ausgleich war, denn wir hatten mit unserer immer mehr um sich greifenden pomadigen Spielweise den Gegner dazu regelrecht eingeladen. Das Team war nach den ersten 15 Minuten nicht mehr wieder zu erkennen. Völlig verunsichert kamen die einfachsten Bälle beim nächsten Mann nicht mehr an. Lange Bälle wurden unter ständiger Bedrängung durch die offensiv sehr starken Energetiker unkontrolliert nach vorn geschlagen. Es schien, dass jeder froh war, den Ball wieder los zu sein. Egal, wo er landete. Das konnte nicht unser Anspruch sein und so waren alle erleichtert, als der Schiri zur Halbzeit pfiff.

Natürlich kamen alle Spieler unzufrieden vom Feld. Matthias bezeichnete seine Abwehr als Hühnerhaufen, wo keiner mehr seine ihm zugewiesene Position hielt. Das Mittelfeld meldete Umstellungen an, da teilweise große Lücken zwischen Abwehr und Angriff entstanden waren und im Angriff sollte Woldemar seine positiven Ansätze, die er schon im Mittelfeld gezeigt hatte, vielleicht mit einem Tor vergolden. Aber alle guten Vorsätze waren schnell wieder verhallt. Immer wieder verloren wir unsere sicher geglaubten Bälle, durch nachlässige Spielweisen, die bei der Ballannahme begannen und sich beim Passspiel auf den nächsten Mann fortsetzten. Natürlich war das angestrebte Ziel, den Ball kurz zu spielen und die Fehlpassquote zu verringern, löblich. Aber das kostete auch eine menge Kraft. Und die schien heute irgendwie bei allen völlig abhanden gekommen zu sein. Wenn wir wieder einmal den Ball in des Gegners Hälfte platzierten, rückte die Abwehr viel zu zögerlich nach und der Sturm hing in der Luft. Michael Kr. mußte raus, da er seinem Gegner nicht mehr Paroli bieten konnte und Tino setzte noch einige Akzente auf der rechten Seite, die leider auch nicht viel brachten. Wenn das alles nichts wird, müssen in der Regel Standards herhalten. Aber auch das war ein Wunschdenken aller für die WSG Beteiligten. Schon in der ersten Halbzeit wurde ein Freistoß aus 20 Metern durch Stefan in die Mauer geschossen. In der zweiten Halbzeit taten es ihm David und Raphael nicht viel anders nach. Da Energetik nicht locker lies und uns frühzeitig weiter angriff, hatten wir weiter alle Hände voll zu tun uns den Gegner von der Fichte zu halten. Bis zur 56 Minute. Da wurde unser Mittelfeld im Gegenangriff links überflankt , der angespielte Energetiker platzierte den Ball sofort ins Zentrum zum mitgelaufenen Mitspieler, der aus 20 Metern seitlich einlaufend ohne große Bedrängnis unter die Kugel schaufelte und das Leder mit Bogenlampe über unseren Kister unhaltbar zur Führung einnetzte. Da war das Schreckensszenario perfekt. Ein Spiel, was für uns so gut begann, durch den Gegner verdient gedreht. Das konnte doch nicht das Ende sein. Es waren noch 14 Minuten zu spielen. Wir mussten jetzt doch endlich mal den „Finger ziehen“ und uns unserer spielerischen Mittel besinnen. Leider hatten wir jetzt den Eindruck, dass sich der Schiedsrichter unserem Spiel anpasste. Er hatte schon im Laufe des Spieles einige leichte ungereimte Entscheidungen getroffen, welche aber keine spielentscheidenden Momente auslösten. Jetzt versagte er uns in den nächsten Spielminuten zumindestens einen Foulelfmeter, da David festgehalten und Raphael im Strafraum gefoult wurde. Ihn traf es jetzt besonders hart, da er nach dem Foul auf sein Gesicht gefallen war und blutend ausgewechselt werden musste. Für ihn kam unsere letzte Option – Chris. Er ging gleich ins Sturmzentrum. Der Gegner versuchte jetzt das Ergebnis zu halten und uns schien die Zeit davon zu laufen. Wir übten wieder mehr Druck aus, aber der Torwart der Energetiker hielt was zu halten war, viel war es ohnehin nicht. Zwei Minuten vor Schluß hatte der Schiri ein Einsehen für uns und zeigte nach Handabwehr im Strafraum auf den Punkt . Da Raphael verletzungsbedingt mit Eisbeutel sein Gesicht kühlte, trat Stefan zum Duell an. Und er scheiterte. Zunächst. Der Torwart ahnte die Ecke und konnte nach vorn abwehren. Ob Stefan oder ein Energetik-Verteidiger den Ball dann endgültig ins linke obere Eck aus unserer Sicht beförderte, war uns allen sch...egal. Das 2:2 war geschafft. Die letzten Minuten einschließlich Nachspielzeit waren in unserer Hand, aber ein weiteres Tor, auch wenn Chris die letzte Chance für uns nicht Nutzen konnte, wäre auch nicht verdient gewesen. Wir waren noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen (und damit ist nicht das von Raphael gemeint).

Uwe Krost