Startseite  Spielberichte  Saison 2013/14  09.09.2013 Punktspiel

LFC 07 gegen WSG Leipzig Mitte

Zum Spiel erschienen: Raphael, Michael K., Mathias, Christian Sch., Marcus, Maik, Stefan, Ibrahim, Vladislav, Mario und Michael G..

Trainer und Verantwortliche; Rainer und Uwe K.

Die Start-Zehn

Tor: Mathias

Abwehr: Christian, Michael G., Michael K.

Mittelfeld: Mario, Stefan, Marcus, Raphael, Maik

Sturm: Ibrahim

Wechselspieler:

 

Zuschauer: ??

 

Kurzbericht:

18. Minute 0 : 1 Christian

20. Minute 1 : 1

27. Minute 2 : 1

29. Minute 3 : 1

36. Minute Einwechslung Vladislav (unser 11er Spieler)

40. Minute 4 : 1

50. Minute 4 : 2 Stefan

51. Minute 4 : 3 Michael G.

66. Minute 4 : 4 Stefan

70. Minute 4 : 5 Michael G

 

Achterbahnfahrt zum Happy-End

Nach dem abgehakten Pokal-Aus gegen den 1.FC Lok mußten wir uns schnell wieder auf unser Alltagsgeschäft, den Punktekämpfen in der 1.Kreisklasse konzentrieren. Doch mehr als 10 Männer standen auch zum Anstoß beim bis dahin sieglosen LFC nicht bereit. Mit der Hoffnung, dass uns Vladi noch bis zur Halbzeit verstärken könnte, begann das Spiel. Da der LFC einen Kunstrasenplatz sein Eigen nennt, war eine Umstellung vom bisherigen Naturrasenspiel unumgänglich. Das Spiel mit dem Ball verlangt eine ganz andere Philosophie auf diesem Untergrund. Kurze präzise statt lange hoch geschlagene Pässe sind da gefragt. Technische Schwächen in der Ballannahme können bereits spielentscheidende Momente auslösen. So tasteten wir uns in das Spiel hinein. Da der LFC auch nicht die technisch beschlagene Mannschaft darstellte, gab es in den ersten knapp 20 Minuten viel Hin und Her zwischen den Strafräumen. Denn in den 16 er kamen die Stürmer äußerst selten. Der LFC hatte anfänglich etwas mehr vom Spiel ohne ihm den Stempel aufzudrücken. Wir versuchten aus einer gut gestaffelten Abwehr mit Micha G. im Zentrum das Spiel ruhig aufzubauen und wenn der Gegner sich öffnete in diese Räume zu kontern. Dabei hatte Ibu zweimal die Möglichkeit das gegnerische Tor ersthaft zu bedrohen, doch er scheiterte jeweils an seiner Verspieltheit und dem Ehrgeiz, nach drei ausgespielten Gegnern auch noch den Vierten ins Leere laufen zu lassen. Seine sich völlig freigelaufenen Kameraden auf der rechten und linken Seite konnten ein Lied davon singen. In der 18.Minute jedoch gelang unserem Team ein Konter über die rechte Seite, der es eigentlich wert gewesen wäre videomäßig aufgenommen zu werden. Noch in unserer Abwehr wurde der Ball duch Christian erkämpft und durch ihn auf Ibu gespielt. Der konnte gerade noch den Fuß vor seinem Gegner durchstecken und auf den mitgelaufenen Stefan passen. Hinter Ibu war Raphael vorbeigelaufen und bekam den Ball zugespielt. Raphael passte den Ball sofort wieder nach vorn auf den von hinten durchgelaufenen Christian. Der nahm den etwas hinter sich plazierten Ball wunderbar noch mit, legte sich den Ball auf seinen rechten Fuß und "schobnerte", nun bereits im 16´er angelangt, ihn links am herauslaufenden Torhüter vorbei zur Führung für unsere Farben ins Netz.

Die Begeisterung beim WSG-Anhang war natürlich groß, denn die Art und Weise dieses Angriffes war beeindruckend. So sollte es weitergehen. Doch ein typischer Fall von denkste. Zwei Minuten später ging das Spiel wieder von vorn los. Was war passiert? In der Euphorie oder auch warum, leisteten wir uns in der Abwehr, nachdem ein Angriff gerade abgefangen war eine Reihe von Fehlern. Mario versuchte aus der Abwehr mit dem Ball zu laufen, leistete sich einen Fehlpass vor dem Strafraum und foulte den Gegenspieler. Eine völlig unnötige Situation. Den Freistoß, ca. 20 Meter vorm Tor, spielte der Ausführende flach an der Mauer vorbei in den Strafraum. Dort sprintete ein Mitspieler, völlig unbedrängt duch unsere Abwehr, hinein. Matthias, der in diesem Spiel Max ersetzen mußte, blieb beim Entgegenlaufen hängen und der LFC´er brauchte den Ball nur noch links an ihm vorbei ins Netz zu befördern. Mit diesem Ausgleich begann leider jetzt eine Phase in unserem Spiel, welche mit Ballsicherheit und ruhigem abgeklärten Spiel rein gar nichts mehr zu tun hatte. Der LFC sah jetzt seine psychologische Chance darin uns bei weiterem Druck den Zahn zu ziehen. Da uns nicht mehr viel gelang und die Entlastung unserer Abwehr durch Gegenangriffe immer weniger wurden, war es eine Frage der Zeit, wann es wieder bei uns im Kasten klingeln würde. In der 27. Minute wurde diese Frage durch den LFC beantwortet. Eine Ecke wurde in den Strafraum hoch hineingeschlagen,am langen Pfosten stieg ein Gegner hoch und ohne von Raphael, der die lange Ecke abdecken sollte, gehindert zu werden, köpfte er den Ball per Aufsetzer aus Nahdistanz zur Führung in unsere Maschen. Wir waren draußen noch intensiv bei der Auswertung dieses Treffers, da schepperte es schon wieder in unserem Kasten. Zwei knappe Minuten waren vergangen, da wurde auf unserer linken Abwehrseite ein Gegenspieler völlig frei gespielt. Micha K. und Raphael waren sich nicht einig, wer diesen Mann bekämpfen sollte. Er lief mit dem Ball auf unseren Strafraum zu, passte den Ball an den Beiden vorbei auf einen einlaufenden Mitspieler. Der fackelte nicht lange und versenkte das Leder ins linke Eck zum 3:1. Tolle Wurst. Keiner wußte wie Ihm geschah. Micha G. wetterte wie ein Rohrspatz. Matthias sah sich von einer auflösenden Abwehr umgeben und war ebenfalls stinksauer. Der Halbzeitpfiff erlöste uns. Die 1:0 Führung hatte uns keine Sicherheit gegeben, sondern das Gegenteil ausgelöst. Vladi, der kurz vor dem Halbzeitpfiff zu uns gestoßen war, vervollständigte jetzt unser Team und alle waren sich einig. Diese nunmehrige E L F sollte doch nicht zulassen, dass der LFC sein erstes Spiel nach bisherigen 4 Niederlagen (wenn auch jeweils knapp) gewinnen würde.

Mit dieser Marschroute ging es in die zweite Hälfte. Doch was helfen alle frommen Wünsche und das Einschwören auf Besserung, wenn nach 5 gespielten Minuten der Gegner wieder einen Jubelgesang anstimmt. Da nämlich war ein Angriff des LFC über rechts mit einer hohen Flanke auf die linke Seite fortgeführt worden. Mario, dem irgendwie jemand einen gebrauchten Tag angedreht hatte, versuchte beim Rückwärtslaufen den Ball wegzuschlagen, schlug dabei ein Luftloch und der hinter ihm einlaufende Gegner nahm den Ball dankbar mit und schoß ihn an unserem herauslaufenden Matthias zum 4:1 ins Tor. Ja, das wars. Der Deckel war zu. Dies waren vermutlich die Gedanken aller an diesem Spiel Beteiligten. Der LFC wusste gar nicht wie ihm geschah. Solche Einladungen hatten sie sicher schon lange nicht mehr bekommen. Bei uns hing der Haussegen endgültig schief. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen. Das Selbstbewusstsein schien wie weggeblasen. Jetzt konnte es nur noch lauten, nicht auseinanderzubrechen und den Kopf wieder hoch zu bekommen. Und es glang auch. Erst etwas langsam und auch mit einigem Pech beim Abschluß. Einige Fernschüsse gingen knapp am Tor vorbei. Ibu reklamierte in einer Szene Elfmeter, doch der Schiri sah es anders. Doch in der 50. Minute war der Bann gebrochen. Stefan, der immer wieder seine Mitspieler zu neuen Taten anspornte, ging mit gutem Beispiel voran. Er erkämpfte sich in Strafraumnähe einen Ball im Zentrum, ging in den 16 ´er hinein und vollendete unter Bedrängnis ins linke Eck zum 2:4. Und kaum hatte der Schiri wieder angepfiffen, stürzte Micha G., der seit geraumer Zeit den Abwehrposten aufgelöst hatte, mitten in einen schlechten Querpass des Gegners. Da der LFC aufgerückt war und die Abwehr wie gelähmt erschien, hatte er plötzlich nur noch den Torwart vor sich, dem er keine Chance ließ. Anschluß und wie aus dem Nichts wieder Hoffnung. Plötzlich war die Konzentration wieder bei allen da. Der Einsatz stimmte wieder. Einer kämpfte für den Anderen. Maik und Marcus rannten wieder jedem Ball hinterher. Vladi, unser elfter Mann brachte Schwung in unser Mittelfeld und vorn bereiteten Stefan und Micha G. der gegnerischen Abwehr immer mehr Kopfschmerzen. Der LFC fand trotz vehementer Aufrüttelversuche seines letzten Mannes kaum noch statt. Dennoch bestand noch die Führung der Mannen vom Gontardweg und die Zeit schien uns, trotz mittlerweile drückender Überlegenheit, davon zu laufen. 4 Minuten vor Schluß wurden unsere Angriffsbemühungen dann doch belohnt. Wieder war es Stefan, der diesmal aus halblinker Position aus ca. 25 Metern einfach einmal auf das Tor des nicht unbedingt sicheren Keepers der LFC´er abzog. Der Ball schlug, wie eine weitgezogene Bogenlampe, über dem Torhüter scharf ein. Grandios. Nun war die Welt eigentlich fast wieder in Ordnung. Aber Micha G. wollte sich damit nicht zufrieden geben. Der Gegner, jetzt wie ein angeschlagener Boxer agierend, wollte nun noch einmal zurückkommen und machte dabei alles falsch. Anstatt das Remis zu sichern spielten sie wieder einen entscheidenden Paß in Michas Beine. Und fast der gleiche Spielzug, welcher zum 3:4 endete, folgte nun zum Siegtreffer. Wieder standen sich am Ende Micha. G. und der Torhüter, wie beim Penaltyschießen im Eishockey, gegenüber. Und wieder spielte Micha seine Nervenstärke aus und verwandelte eiskalt. Die restlichen Nachspielminuten überstanden wir relativ stressfrei.

Der gute unauffällige Schiri pfiff ab und wir lagen uns alle in den Armen. Keiner von uns konnte sich je an solch eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit Happy-End aus der sportlichen Vergangenheit der WSG Mitte erinnern. Bei Bier und Bockwurst, gesponsort von Micha G. im LFC-Vereinslokal, wurde anschließend noch reichlich über dieses Spiel fröhlich diskutiert.

Uwe Krost